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Partnerschaftlicher Naturschutz in Salzburg
Partnerschaftlicher Naturschutz zeigt Erfolg
Eisl überreichte die Ramsar-Diplome für international bedeutende Feuchtgebiete an Günther Tragatschnig und Herwig Müller
(LK) Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl überreichte heute, Mittwoch, 13. Oktober, Dipl.-Ing. Günther Tragatschnig und Dipl.-Ing. Herwig Müller von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) die Diplome für drei weitere „Ramsar-Gebiete“, also wertvolle Feuchtgebiete. Es handelt sich dabei um die „Moore am Überling“, die „Moore am Schwarzenberg“ und die „Moore im Sauerfelder Wald“, die gemeinsam mit den Mooren am Pass Thurn im Oberpinzgau Pinzgau seit dem 2. Februar 2004, dem Welt-Feuchtgebietstag, „Ramsar-Gebiete“ sind. Alle vier Gebiete befinden sich im Besitz der Österreichischen Bundesforste AG, mit denen das Land Salzburg seit Jahren sehr erfolgreich partnerschaftlichen Naturschutz praktizieren.
„Für den Naturschutz im Land Salzburg ist es sehr erfreulich und zugleich eine hohe Verantwortung, zusätzlich zum bereits seit 1995 bestehenden Ramsar-Gebiet ‚Rotmoos im Fuschertal’ vier weitere international bedeutende Feuchtgebiete vorweisen zu können. Die drei Lungauer Moorgebiete im Großraum Tamsweg, aber auch die Moore am Pass Thurn im Pinzgau dürfen zu Recht – österreichweit betrachtet – als höchstwertig eingestuft werden“, so Eisl anlässlich der Urkunden-Überreichung.
Das Land Salzburg und die Österreichischen Bundesforste AG können auf zahlreiche, sehr erfolgreiche Kooperationen im Naturschutzes verweisen: In einem Moor direkt südlich der Überling-Hütte im Gemeindegebiet von Tamsweg, welches von zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen wird, wird seit Oktober 2001 beispielsweise ein umfangreiches Moor-Renaturierungsprogramm durchgeführt: Mehr als 90 Holzdämme wurden von den ÖBf-Mitarbeiter/innen eingebaut, um das Wasser im Moor zu halten und dadurch dessen weiteren Bestand zu sichern. „Die Österreichischen Bundesforste zeigen mit dieser Renaturierung als bedeutender Grundeigentümer vorbildhaft, wie wichtig partnerschaftlicher Naturschutz ist und welche beachtlichen Ergebnisse dadurch erzielt werden können“, betonte Eisl.
Ramsar-Bewerbung 2003 eingeleitet
„Unmittelbar nach dem Einlangen der Gebietsvorschläge der ÖBf-AG im Jahr 2003 habe ich meine Mitarbeiter/innen in der Naturschutz-Abteilung beauftragt, die Ramsar-Bewerbung für die in Salzburg gelegenen vier Gebiete in die Wege zu leiten“, so Eisl. Die „information sheets“, die Bewerbungs-Unterlagen über die vier Salzburger Gebiete wurden vom Ramsar-Büro in der Schweiz geprüft und positiv beurteilt. Mit 2. Februar wurde die Anerkennung in Form des Prädikats „Ramsar-Gebiet“ für die vier Salzburger Moorkomplexe übermittelt.
Schutz von Feuchtgebieten
Am 2. Februar 1971 wurde in Ramsar, einer Stadt im Iran, das „Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ (kurz: Ramsar-Konvention) unterzeichnet – eine Vereinbarung zum Schutz von Feuchtgebieten, die damals wie heute weltweit zu den besonders bedrohten Lebensräumen zählen. „Die Ramsar-Konvention war das erste und ist auch heute noch das einzige globale Naturschutzabkommen, das sich auf einen bestimmten Lebensraumtyp konzentriert“, informierte Sepp Eisl. Österreich ist der Ramsar-Konvention am 16. Dezember 1982 beigetreten.
Mit diesem Datum hat sich Österreich zum Schutz und zur Erhaltung seiner Feuchtgebiete verpflichtet und in Erfüllung einer wesentlichen Bedingung des Übereinkommens zunächst folgende zwölf Gebiete als so genannte „Ramsar-Gebiete“ für eine weltweite Liste international bedeutender Feuchtgebiete nominiert:
Gebiets-Bezeichnung
seit
Fläche (ha)
Bundesland
Donau-March-Auen
16.12.1982
38.500
Niederösterreich
Untere Lobau
16.12.1982
1.039
Wien
Rheindelta Bodensee
16.12.1982
2.060
Vorarlberg
Neusiedlersee, Seewinkel & Hansag
16.12.1982
60.000
Burgenland
Stauseen am Unteren Inn
16.12.1982
870
Oberösterreich
Pürgschachen-Moor
9.9.1991
62
Steiermark
Sablatnig-Moor
19.5.1992
100
Kärnten
Rotmoos im Fuscher Tal
24.2.1995
58
Salzburg
Hörfeld-Moor
30.10.1996
173
Kärnten/Stmk.
Teich-, Moor- und Fluss-landschaft Waldviertel
22.12.1999
13.000
Niederösterreich
Lafnitztal
1.6.2002
2.180
Burgenland/Stmk.
Nationalpark Kalkalpen
21.10.2003
18.500
Oberösterreich
Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Überreichung der Ramsar-Diplome für die Lungauer Moore anbieten. i199-11
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 13.10.2004
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