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Sozialer Wohnungsbau in Salzburg
Sozialer Wohnbau wird immer wichtiger
Blachfellner: Besonderes Augenmerk auf "Wohnen im Alter" / Gefördert wird sozial treffsicher
(LK) Günstiges Wohnen für Senior/innen, weitere Senkung der Wohnungskosten durch die erweiterte Wohnbeihilfe, intensive Förderung des ökologischen Wohnbaus – Wohnbaureferent Landesrat Walter Blachfellner stellte heute, Dienstag, 12. Oktober, in einem Informationsgespräch seine zukünftigen Pläne in der Wohnbaupolitik vor und zog eine Zwischenbilanz über die Entwicklungen in der Wohnbauförderung der vergangenen sechs Monate.
„Die Nachfrage nach Wohnungen, die man sich leisten kann, ist im Land Salzburg nach wie vor ungebrochen. Vor allem in der Stadt Salzburg ist der Bedarf an günstigen Wohnungen hoch. Derzeit gibt es 4.000 Wohnungssuchende in der Landeshauptstadt; ein Wert, der nur noch von Linz, wo es derzeit rund 7.000 Wohnungssuchende gibt, übertroffen wird. Alle anderen Landeshauptstädte liegen wesentlich darunter“, teilte Blachfellner mit.
Auf Grund der gesellschaftlichen Entwicklungen, wie hohe Scheidungsraten und veränderte Altersstrukturen in der Bevölkerung, steige auch die Bedeutung der Wohnbauförderung. „Bereits jetzt leben mehr Menschen denn je als Singles, deutlich mehr Menschen als früher sind als allein erziehende Elternteile auf sich allein gestellt und führen einen Haushalt. Mehr-Generationen-Familien in einem Haushalt bzw. in einer Wohnung werden hingegen immer seltener. All das führt zu einer größeren Zahl an Haushalten und Wohnungssuchenden. Außerdem stehen wir vor einer zunehmenden Überalterung der Bevölkerung, was ebenfalls eine Zunahme der Haushalte bewirken wird“, sagte Blachfellner.
Günstiges und barrierefreies Wohnen im Alter immer wichtiger
Einen besonderen Stellenwert in der Wohnbauförderung wird künftig das Wohnen im Alter einnehmen. Für Blachfellner ist günstiges Wohnen für Senior/innen auch eine Form der Alterssicherung und Pflegevorsorge. Auch die Pensionskürzungen würden den Bedarf an günstigen Wohnungen für Senior/innen ansteigen lassen. Blachfellner hat nun gemeinsam mit Sozialreferent Landesrat Dr. Erwin Buchinger eine Arbeitsgruppe aus Wohnbauförderungs- und Sozialabteilung eingesetzt, die sich mit dem Thema „Betreutes Wohnen für Senior/innen“ befasst und ein detailliertes Konzept ausarbeiten wird. Fest steht für Blachfellner, „dass gerade für Pensionisten mit kleinerem Einkommen günstige Wohnungen bereitstehen müssen“. Wichtige Elemente für das betreute Wohnen sind der Standort und die baulichen Konzepte. Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr sollen die Vorraussetzung sein. Betreute Wohnungen gibt es beispielsweise in Schwarzach, Grödig und Saalfelden. Im März kommenden Jahres soll das Ergebnis der Arbeitsgruppe präsentiert werden.
Mit dem Inkrafttreten der erweiterten Wohnbeihilfe am 1. September 2004 ist Salzburg wieder ein Stück sozial gerechter geworden. Bis zu diesem Datum konnten nur solche Haushalte Wohnbeihilfe erhalten, deren Wohnhaus mit öffentlichen Geldern errichtet worden ist. Nunmehr werden auch jene Mieter, die in einem privaten Miethaus wohnen, mit einem Betrag bis zu einer Höhe von monatlich 182 Euro finanziell unterstützt. Eine Zwischenbilanz zeigt den hohen Bedarf dieser neuen Unterstützung: Mehr als 400 Ansuchen, rund drei Viertel davon aus der Stadt Salzburg, sind bei der Wohnbauförderungsabteilung eingegangen.
Wohnbaureferent Blachfellner beabsichtigt, die Förderungsleistung wieder anzuheben und ein jährliches Neubau-Volumen von 2.000 Einheiten zu erreichen. Das sieht auch das Regierungsübereinkommen vor. „Wir müssen dabei auf größte Disziplin beim Preis achten. Die steigenden Preise, die durch die Entwicklung der Öl- und Stahlpreise ausgelöst werden, bereiten uns große Sorge. Wir wollen dem gegensteuern, wo wir können“, so Blachfellner. Dazu seien auch die gemeinnützigen Bauvereinigungen aufgerufen, wie schon in den vergangenen Jahren verstärkt eigenes Kapital in die Baufinanzierung einzubringen, um das Bauvolumen und die Preise in Grenzen zu halten. „Wir werden jede Gelegenheit zu Umschichtungen von Förderungsgeldern nützen und selbstverständlich auch erhöhte Einnahmen aus vorzeitigen Darlehensrückzahlungen für neue Förderungen einsetzen. Bei den Preisen müssen wir auf noch bessere Bauvorbereitung und effiziente Planung Wert legen, Qualitätsverlust soll kein Ausweg sein“, so Blachfellner.
Bau von Mietwohnungen wird weiter vorangetrieben
684 neue Mietwohnungen werden in Salzburg mit Hilfe der Wohnbauförderung demnächst entstehen. Der kürzlich konstituierte Wohnbauförderungsbeirat gab dafür grünes Licht. Damit wurde das von Landesrat Blachfellner vorgelegte Wohnbauprogramm einstimmig angenommen. 274 Mietwohnungen wurden kürzlich vom Wohnbauförderungsbeirat begutachtet und bereits zur Förderung empfohlen, weitere 410 Mietwohnungen sollen im Spätherbst dem Beirat zur Bewilligung vorgelegt werden.
„Bei der Gewichtung der eingereichten Wohnprojekte der Wohnbaugenossenschaften haben wir insbesondere auf die Landeshauptstadt und den Zentralraum Rücksicht genommen, da hier der größte Bedarf an günstigen Wohnungen besteht“, so Blachfellner. Von den insgesamt 684 zur Förderung vorgesehenen Wohnungen werden 287 neue Mietwohnungen allein in der Stadt Salzburg gebaut. Es handelt sich um folgende Projekte: Lanserwiese (82 Wohnungen), Sam (60), Stauffenegg-Straße (14), Konrad-Laib-Straße (10), Saalachstrasse (55), Tulpenstraße (Stadionprojekt, 32), Eberhard-Fugger-Straße (13) und Rupertgasse (4).
Entscheidend bei der Planung der Vorhaben ist, dass diese mit der derzeitigen Budgetsituation in Einklang zu bringen sind. „Wir haben das tiefste Budgetloch seit 1945, jedes Regierungsmitglied ist daher gefordert, den Spagat zwischen sozialpolitischer Verantwortung und Budgetstabilität einzuhalten. Es gab und gibt daher in der Wohnbauförderung keine Förderung nach dem Gießkannenprinzip“, sagte Blachfellner. Gefördert werde vielmehr einkommensbezogen und sozial treffsicher. Außerdem sei die Salzburger Wohnbauförderung nahezu ein selbstfinanzierendes Modell, denn der Großteil der Zuschüsse müsse von den Förderungsempfängern wieder zurückgezahlt werden. Ein Beispiel dafür sei die jüngste Umstellung der Sanierungsförderung von nicht rückzahlbaren Zuschüssen auf Darlehen. Durch die Kapitalrückflüsse und Zinsen der Darlehen fließen dabei jährlich rund zwei Millionen Euro wieder an die Wohnbauförderung zurück.
Auch 2005 gibt es 112 Millionen für Land Salzburg
Besondere Bedeutung bei der Finanzierung der Wohnbauvorhaben komme aber dem Bund zu. Bei den Finanzausgleichsverhandlungen wurde die Zuteilung der Wohnbauförderungsgelder an die Bundesländer für 2005 erfreulicherweise außer Streit gestellt. Das bedeutet, dass Salzburg auch im kommenden Jahr rund 112 Millionen Euro erhält. Damit ist der größte Teil bei den Einnahmen gesichert. Besonders wichtig für Wohnbaureferent Blachfellner ist auch, dass die Zweckbindung bestehen bleibt.
„Mit der neuen Wohnbauförderung sparen sich die Menschen Geld bei den Heizkosten, gleichzeitig schützen wir noch besser die Umwelt vor Schadstoff-Emissionen“, betonte Blachfellner. Seit der Umstellung von nicht rückzahlbaren Zuschüssen auf Darlehen im Frühjahr dieses Jahres wurden rund 540 Haushalten Förderdarlehen in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro für einzelne Sanierungsmaßnahmen genehmigt. „Der Mensch verbringt ein Drittel des Lebens in den eigenen vier Wänden – sich darin wohl zu fühlen, ist ein Grundbedürfnis aller Menschen“, betonte Blachfellner. Für Sanierungen von Wohn- und Bauernhäusern kann mit einem Darlehen von maximal 36.400 Euro finanziell unter die Arme gegriffen werden. Bei Sanierungen von Wohnungen im Geschoß-Wohnbau beträgt der Höchstbetrag für die Förderung bis zu 21.800 Euro je Wohnung und je nach Art der Sanierung.
Vorreiterrolle bei der Förderung des ökologischen Wohnbaus
Der Rechnungshof bestätigte in seinem Bericht – so wie viele andere Expertenmeinungen auch – die Vorreiterrolle der Salzburger Wohnbauförderung in Österreich. Die Wohnbauförderung forciert seit 1993 mit Zuschlägen die Verbesserung der thermischen Qualität der Gebäudehüllen und den Einsatz erneuerbarer Energie. Niedrigenergiebauweise ist im geförderten Wohnbau zum Standard geworden. Mittlerweile weisen 66 Prozent aller geförderten Wohnungen thermische Solaranlagen auf, bei rund 63 Prozent der Wohnungen kommen Biomasse-Heizungen zum Einsatz.
„Wir haben mittlerweile dieses Modell mit den Zuschlagspunkten auch auf die Sanierungsförderung ausgedehnt und 2003 über den Ansatzpunkt ‚Energiesparen’ hinaus auch Anreize durch Förderung für ökologische Bauweisen eingeführt“, so Blachfellner abschließend. i198-11b
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 12.10.2004
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