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Salzburger Landesgesundheitsprogramm



Reduktion von Lungenkrankheiten ist Ziel des Gesundheitsprogramms


Burgstaller: Salzburg unterstützt BOLD-Studie über die chronische Atemwegserkrankung COPD



(LK) Eine Reduzierung von Lungenerkrankungen und des Rauchens sei eines der Ziele des Salzburger Landesgesundheitsprogramms, betonte heute, Dienstag, 12. Oktober, Gesundheitsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei einem Informationsgespräch der Landeskliniken Salzburg zum Thema „Schleichender Tod durch COPD“, bei dem die Durchführung einer Studie über diese unterschätzte Volkskrankheit angekündigt wurde. COPD ist eine chronische Atemwegserkrankung, die, wenn sie nicht rechtszeitig behandelt wird, zum Tod führt. Besonders Besorgnis erregend sei, so Burgstaller, dass die Dunkelziffer der an COPD Erkrankten derzeit bei 50 Prozent liege, was eine rechtzeitige Behandlung unmöglich mache.

Aus diesem Grund wird im kommenden Frühjahr eine BOLD-Studie (Burden of lung disease initiative) durchgeführt, an der Österreich neben Island, Schweden und Südafrika als eines der ersten Länder teilnimmt. Ziel dieses Projektes ist die Aufdeckung der hohen Dunkelziffer dieser chronischen Atemwegserkrankung. Zusätzlich soll die Bevölkerung über die Gefahren, den qualvollen Krankheitsverlauf und die Möglichkeiten der Prävention aufgeklärt werden. Schließlich sollen die Menschen motiviert werden, diese Krankheit ernst zu nehmen und regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, erklärte der Leiter der Universitätsklinik für Pneumologie und Leiter der BOLD-Studie, Primar Univ.-Doz. Dr. Michael Studnicka.

Auf Grund der großen Bedeutung dieser Erhebungen unterstütze auch das Land Salzburg die BOLD-Studie mit der Durchführung entsprechender Untersuchungen. Finanziert werde das 100.000-Euro-Projekt in Salzburg zu 20 Prozent vom Land Salzburg und zu zehn Prozent von der Gebietskrankenkasse. 60 bis 70 Prozent trage die Pharmaindustrie, teilte Landeshauptfrau Burgstaller mit. Obwohl uns die Gesundheit sehr am Herzen liegt, werden die Symptome bei COPD häufig verharmlost und nicht ernst genommen. Die BOLD-Studie biete eine hervorragende Möglichkeit, den Menschen das Wesen und die Häufigkeit dieser chronischen Atemwegserkrankungen vor Augen zu führen. Darüber hinaus bleibe durch eine Früherkennung vielen Betroffen ein langer und qualvoller Krankheitsverlauf erspart, betonte die Landeshauptfrau. Außerdem könnte die Studie Aufschlüsse über allfällige regionale Häufungen von chronischen Lungenerkrankungen liefern.

Für diese Studie wurden bereits 1.000 Salzburger/innen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und über den Verlauf des Projekts informiert. Diese Personen werden zu einem einfachen und gefahrlosen Lungentest, der so genannten Spirometrie, in die Universitätsklinik für Pneumologie in Salzburg eingeladen. Gleichzeit wird mit einem Fragebogen das Lungenrisiko der Testperson erhoben. Der Erfolg des Projektes hänge, so Univ.-Doz. Studnicka, wesentlich von der Teilnahme der Testpersonen an den Untersuchungen ab, wobei sowohl die Allgemeinheit als auch die Testpersonen selber einen Nutzen davon haben. Neben der allgemeinen Erforschung von Lungenkrankheiten erhalten die Teilnehmer/innen an dem Projekt einen kostenlosen Lungencheck.

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) – früher oft schlicht und einfach „Raucherlunge“ genannt – sind die Folge jahrelanger chronischer Entzündungen der Atemwege, die durch Umweltschadstoffe, Tabakrauch, Klimafaktoren und Staubbelastungen hervorgerufen werden. Durch diese ständige Belastung mit schädlichen Stoffen reagieren die Bronchien neben einer Verengung (Obstruktion) zuerst mit Husten, um die eingedrungenen Schadstoffe zu entfernen. Reicht dies nicht mehr aus, bildet sich verstärkt Schleim, und es kommt in der Folge zu einer Verdickung der Schleimhaut, wodurch die Patienten zunehmend unter Atemnot leiden. In weiterer Folge nimmt die Anzahl der Flimmerhärchen ab, wodurch der vermehrt gebildete Schleim nicht mehr abtransportiert werden kann und sich der Husten zusätzlich verstärkt. Damit beginnt der schicksalhafte Verlauf, erklärte Univ.-Doz. Studnicka. Obwohl die COPD großteils Raucher betrifft, schenken die Mediziner auch den erblich bedingten Einflüssen immer größere Beachtung. Dies deshalb, weil die genetische Komponente bei COPD doppelt so hoch ist wie bei allergischem Asthma.

Das Heimtückische an der Krankheit ist, dass sie in den meisten Fällen viel zu spät diagnostiziert wird. Wenn die Betroffenen wegen Atemnot zum Arzt gehen, ist die Lungenfunktion bereits zu einem beachtlichen Teil verringert. Die Mediziner fordern daher, die Lungenfunktionsprüfung in den Vorsorgekatalog aufzunehmen. Ein entsprechender Test dauert nur zehn Sekunden und ist absolut schmerzlos. Bei einer Früherkennung können Raucherentwöhnung und Medikamente den Krankheitsverlauf deutlich bremsen, begründet Studnicka die Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen.

Aber auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sind Maßnahmen gegen COPD unbedingt notwendig. Auf Grund der wiederholten Spitalsaufenthalte, im Endstadium großteils in Intensivstation, zählen chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen weltweit bereits zu den teuersten Krankheiten. i198-30


Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 12.10.2004

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