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Bildungsberater in Salzburg
Weiterbildungs-Geld ist auf dem Arbeitsmarkt gut angelegt
Buchinger präsentierte erste Bilanz des Bildungsschecks / Bereits mehr als 3.500 Anträge eingelangt
(LK) Beim „Vernetzungstreffen“ der österreichischen Bildungsberater in Salzburg präsentierte Landesrat Dr. Erwin Buchinger heute, Dienstag, 12. Oktober, eine erste Bilanz des Salzburger Bildungsschecks. „Bis heute sind bereits mehr als 3.500 Anträge eingelangt, es wurden 562.000 Euro an Förderungen ausbezahlt. Der Scheck wird gut angenommen und jetzt im Wintersemester der Bildungseinrichtungen werden sicher noch einige Anträge dazukommen“, konnte Arbeitsmarktreferent Buchinger mit erfreulichen Zahlen bei einem Informationsgespräch im Heffterhof aufwarten. Geld für Weiterbildung sei eine Investition in den Standort Salzburg.
Der Bildungsscheck fördert die berufliche Aus- und Weiterbildung und trägt so durch eine ständige Höherqualifizierung der Salzburger Arbeitnehmer dazu bei, den Standort Salzburg für Investoren attraktiver zu machen. Ganz gezielt werden die Gelder zur Höherqualifizierung bildungsferner Schichten eingesetzt. „Wenn man sich ansieht, wozu der Scheck genutzt wird, erkennt man, dass viele Berufsreifeprüfungen (25 Prozent der Kurse) dabei sind. Damit tragen wir dazu bei, den Facharbeitermangel zu lindern oder Umschulungen in neuere Berufsgruppen möglich zu machen.“ erklärte Buchinger. Weiters sind EDV-Schulungen (10 Prozent, Buchinger: „Eine Schlüsselqualifikation für fast alle Branchen“), Gesundheits- und Pflegeberufe (8 Prozent) sowie Unternehmerausbildung/Meisterprüfungen (ebenfalls 8 Prozent der Anträge) besonders gefragt.
Gezielte Förderung
Als Zielgruppen sind für den Bildungsscheck vor allem bildungsferne Schichten, sowie Personen über 45 Jahre und Wiedereinsteigerinnen definiert. „Unsere Statistiken zeigen, dass gerade hier die Förderung sehr treffsicher ist. Ca. 20 Prozent der Förderungen gehen an Personen über 45 Jahre, mehr als 51 Prozent an Frauen. Im Vergleich zu anderen Bildungsmaßnahmen sind das hervorragende Werte, da gerade diese Zielgruppen nicht so leicht zu erreichen sind“, so Buchinger. Er lobte dabei auch die Kooperation mit den Bildungsträgern wie WIFI oder BFI. Der Bildungsscheck wurde noch im August auch für private Anbieter geöffnet. Dass hier alle Einrichtungen gut zusammenarbeiten, sieht Buchinger auch im Zusammenhang mit dem Vernetzungstreffen der Bildungsberater sehr positiv. „Es gibt in diesem Bereich eine große Vielfalt an Möglichkeiten und ich glaube, dass gerade die Kooperation – sei es jetzt der Bildungsberater oder der Einrichtungen – mithelfen kann, für jeden einzelnen das Angebot zu finden, das für ihn maßgeschneidert ist.“
Bildungsberatung in Österreich
Orientierung, Beratung, Information, Coaching – diese Dienstleistungen werden im Zusammenhang mit der beruflichen Aus- und Weiterbildung immer wichtiger, weil neue Arbeitsfelder entstehen, alte Berufe wegbrechen, jede/r Einzelne gefordert ist, sich ständig neu zu orientieren und weiter zu lernen. Ein enormes Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten - oft mit beachtlichen Preisen - steht zur Verfügung, die Masse an Information ist erdrückend. Die Bedeutung qualifizierter Beratungsangebote für die wirtschaftliche Entwicklung Europas ist natürlich auch der Europäischen Kommission bekannt: Dem fast schon altbekannten „Lebenslangen Lernen“ wurde nun die Strategie der „Lebensbegleitenden Beratung“ hinzugefügt.
Bildungsberatung findet statt
Zahlreiche ausgezeichnete Bildungs- und Berufsberater/innen unterstützen Jugendliche und Erwachsene auf ihrem Weg, sich zu orientieren, die individuell wichtigsten Informationen zu filtern, sowie Eignung, Neigung, Positionierung und Ausbildung in Einklang zu bringen. Sie arbeiten in Schulen und Universitäten, in der Erwachsenenbildung, in diversen Beratungsstellen oder als Karriereberater/innen. Und seit vier Jahren arbeiten sie auch im Netz: „24 Stunden Vernetzung“ – unter diesem Motto treffen 85 Bildungsberater/innen am 11. und 12. Oktober in Salzburg zu einem bundesweiten Meeting des Netzwerks für Bildungsberater/innen zusammen. Dieses Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst und dem Europäischen Sozialfonds finanziert wird, bringt seit fünf Jahren Bewegung in die Beratungslandschaft. Es haben bereits sieben große Vernetzungstreffen in fast allen Bundesländern stattgefunden und die Grundlage für einen offenen und regen Informations- und Erfahrungsaustausch über Landes- und Organisationsgrenzen hinweg gelegt.
Neu und zukunftsweisend ist die breit getragene Diskussion zum Beratungs- und Qualitätsverständnis. Sie findet ihren Ausdruck unter anderem in der Entwicklung des „bib-Tools“, eines Werkzeugs für Transparenz und Qualitätssicherung in der Bildungsberatung. An der Entwicklung dieses Werkzeuges beteiligen sich zahlreiche Berater/innen und Trägereinrichtungen; die Implementierung ist für das kommende Jahr geplant.
Bildungsberatung im Internet
Unabdingbar für die Kommunikation zwischen den Berater/innen ist die Website www.bib-infonet.at. Hier werden laufend Hinweise auf wichtige Veranstaltungen oder Publikationen, auf legistische Neuerungen, auf neue Bildungsmaßnahmen etc. ausgetauscht. Mehr als 200 Abonnent/innen lassen sich regelmäßig über neue Einträge benachrichtigen. Diese Website ist aber auch für Personen interessant, die Bildungsberater/innen suchen: Sie finden hier die einzige Datenbank für Bildungsberatung. Hier können sie rund 300 Beratungsstellen gezielt abrufen - und damit auch das nächste, das passendste Angebot finden. Demnächst wird auf dieser Website außerdem eine umfassende Zusammenstellung von Förderungsmöglichkeiten für die Finanzierung von Weiterbildung zu finden sein. i198-60
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 12.10.2004
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