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Thema Gewalt an Frauen im Land Salzburg
Frauen, die Gewalt erlitten haben, sollen ihr Schweigen brechen
Burgstaller bei Vorstellung der Broschüre "Seelen brechen leise – es hat uns so verletzt"
(LK) Gewalt gegen Frauen sei kein Problem armer Länder, sie sei leider überall auf der Welt anzutreffen. Gewalt gegen Mädchen und Frauen kenne keine kulturellen und sozialen Grenzen. Leider haben noch immer viele Gewaltopfer nicht den Mut aufzustehen, nein zu sagen, einfach zu gehen und Hilfe zu suchen. Dies habe viele Gründe genauso wie die Gewalt viele Gesichter habe. betonte heute, Freitag, 19. November, Frauenreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei der Präsentation der Broschüre „Seelen brechen leise – es hat uns so verletzt“ der Selbsthilfegruppe „Überlebt“ für Mädchen und junge Frauen mit sexuellen Missbrauchserfahrungen.
Einzigartig sei nicht die Herausgabe der Broschüre, sondern auch die Tatsache, dass sie von Mädchen und jungen Frauen erarbeitet wurde, die selbst Opfer von sexuellen Übergriffen sind bzw. waren. Sie haben ihre Gefühle ausgedrückt und sich mit ihren Missbrauchserfahrungen auseinandergesetzt, um auch andere betroffene Frauen zu ermutigen ihr Schweigen zu brechen.
Das Land Salzburg könne nur die Rahmenbedingungen für die Prävention von Gewaltübergriffen und die Hilfe für die Opfer schaffen. Den größten Schritt müssen die betroffenen Frauen selber setzen, und sie hoffe, dass viele durch diese Broschüre den Mut haben, ihr Schweigen zu brechen, sagte die Landeshauptfrau.
Die Bilder und Texte der Broschüre, welche im Schutz der Anonymität erarbeitet wurden, machen die tief greifenden und nachhaltigen seelischen Verletzungen sichtbar, die sexueller Missbrauch, Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe bei den betroffenen Mädchen zur Folge haben. Durch die Auseinandersetzung damit haben die Mädchen und jungen Frauen Schritte aus ihrer Isolation gefunden und eine stärkere Wahrnehmung ihrer seelischen Verletzungen erreicht. Sie sind sich dabei auch ihrer Stärken und Fähigkeiten bewusst geworden und möchten auch andere Betroffene dazu anregen, in Selbsthilfegruppen oder Projekten diese kreative Arbeit – auch in anderen europäischen Ländern – fortzuführen.
Die Broschüre „Seelen brechen leise – es hat uns so verletzt“ sollte aber auch zur Sensibilisierung von Entscheidungsträger/innen und Helfer/innen, die mit missbrauchten Jugendlichen arbeiten, beitragen. Die Mädchen und jungen Frauen fordern mit ihren Beiträgen in dieser Broschüre die Gesellschaft auf, genauer und aufmerksamer hinzuhören, wenn Kinder und Jugendliche, Mädchen und Frauen von sexuellen Übergriffen und Missbrauch erzählen, in welcher Form auch immer. i224-30
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 19.11.2004
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