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Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis 2004 in Salzburg verliehen



Handwerkliches Können verbunden mit intellektueller Redlichkeit


Burgstaller überreichte den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis 2004 an Ö1-Chef Prof. Alfred Treiber




(LK) Trotz für die Medien infolge von Sparnotwendigkeiten ungünstiger werdenden Rahmenbedingungen könne Österreich auf eines seiner Qualitätsmedien, eines der erfolgreichsten europäischen Kulturradios, nämlich Ö1 stolz sein. Dies betonte heute, Donnerstag, 18. November, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller in der Salzburger Residenz bei der Überreichung des Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreises 2004 an den Kultur- und Programmchef von Ö1, Prof. Alfred Treiber. Mit dieser Auszeichnung werde nicht nur der Mensch, der Journalist und Medienmacher geehrt, sondern auch sein Umfeld mit Ö1 als Institution.

Die Öffentlichkeit verdanke dem Wirken von Alfred Treiber eine Identität stiftende Wirkung, indem eine nationale Rundfunkinstitution wie kaum ein anderes Medium Antwort auf die Frage gibt, was Österreich ist, nämlich ein Zuhause und ein Land mit Kultur, die uns prägt. Der Hörer bzw. die Hörerin fühle sich, so Burgstaller, bei Alfred Treiber gut aufgehoben, weil er durch die Sendungen gebildet und nicht indoktriniert werde. Er bietet Produktionen, die es ermöglichen, sich Kunstentwicklungen anzunähern, die einem sonst fern und verschlossen blieben.

Die Hörer/innen werden weder alleine gelassen, noch bekommen sie aufdringlich eine Meinung serviert. Prof. Treiber verkörpere professionelle Ethik sowie handwerkliches Können verbunden mit intellektueller Redlichkeit, den Hörer/innen etwas zu vermitteln. Das Programm, das er seinen Hörer/innen biete, sei nicht gefällig, nicht glatt. Bereits als junger Radioredakteur habe Alfred Treiber Autoren wie Elfriede Jelinek oder Michael Scharang auf Sendung gehen lassen, also Künstler, die jahrelang als Netzbeschmutzer denunziert wurden. Wenn sich Ö1 auch den Widersprüchen, dem Schwierigen und den Außenseitern widmet, sei es wenig verwunderlich, wenn für Alfred Treiber der deutsch-jüdische Philosoph und Medienkritiker Walter Benjamin eine ganz besondere Rolle spiele, ein Philosoph, den sein Lebensweg als linker Außenseiter mit Brecht, Adorno und Horckheimer zusammenführte, bevor er sich auf der Flucht vor den Nazis das Leben nahm.

Die Verleihung des Preises solle auch die Aufforderung sein, nach vorne zu blicken, sowie ein Zeichen dafür, dass allen Widrigkeiten zum Trotz unabhängiger kritischer Journalismus nicht nur möglich ist, sondern in Österreich auch weiterhin die Maßstäbe setzen werde, betonte Landeshauptfrau Mag. Burgstaller abschließend.

Alfred Treiber wurde am 16. Mai 1944 in Wien geboren. Er maturierte 1963. Danach studierte er an der Universität Wien Germanistik, Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. Seit 1966 ist er beim ORF. 1972 bis 1974 unterbrach er sein ORF-Engagement und wurde Programmberater bei Radio Afghanistan und baute dort im Rahmen eines UNESCO-Projektes den Schulfunk auf. 1976 gründete er im ORF-Radio die Feature-Redaktion. Seit 1995 ist er Kultur- und Programmchef von Ö1. 1999 wurde ihm für die Verdienste für Ö1 der Berufstitel "Professor" verliehen. i223-34

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Überreichung des Dr.-Karl-Renner-Preises 2004 an Prof. Alfred Treiber anbieten.



Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 18.11.2004

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