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Leinenpflicht im Natura-2000-Gebiet Wenger Moor im Land Salzburg



Leinenpflicht im Natura-2000-Gebiet Wenger Moor


Eisl: Naturschutzbeirat empfiehlt Verbot von frei laufenden Hunden im Naturschutzgebiet




(LK) In seiner Sitzung am 16. November hat der Naturschutzbeirat, der auf Grund des Naturschutzgesetzes zur Beratung der Landesregierung in wichtigen und grundsätzlichen Fragen des Naturschutzes eingerichtet wurde, unter anderem über ein mögliches Verbot frei laufender Hunde im Naturschutzgebiet Wenger Moor beraten. Empfohlen wurde weiters die Neuausweisung von zwei Europaschutzgebieten. Außerdem wurden neue Mitglieder des Beirates bestellt.

„Im Natura 2000-Gebiet Wenger Moor gab und gibt es immer wieder Probleme mit frei laufenden Hunden. Bei den besonders seltenen Bodenbrütern wie Wachtelkönig und Brachvogel kann dies bis zum Verlassen des Geleges bzw. der Jungvögel und damit zum sicheren Tod der Nachzucht führen“, erklärte der Vorsitzende des Beirats, Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl. Auch Störungen von am Boden rastenden oder Nahrung suchenden Arten während der Zug- und Winterzeit können deren Zeit- und Energiebudget wesentlich beeinträchtigen. Die Naturschutzgebietsverordnung verbietet zwar jede Beunruhigung und Störung der dort geschützten wildlebenden Tierarten – auch eine entsprechende ortspolizeiliche Verordnung zur Leinenpflicht existiert in mehreren Gemeinden – die Organe der Berg- und Naturwacht sind jedoch nicht befugt, diese Verordnungen zu vollziehen. Natürlich gibt es große Unterschiede, wie sich frei laufende Hunde verhalten, und wie weit sie ohne Leine von den Wegen abweichen. Da es aber unmöglich ist, von Fall zu Fall unterschiedlich zu urteilen, wird vor allem im Vogelschutzgebiet, zur Sicherung möglichst ungestörter Brut-, Rast-, Mauser-, und Überwinterungsplätze eine ganzjährige Leinenpflicht für Hunde empfohlen, so Eisl. Darüber hinaus hat der Beirat den Beschluss gefasst, dass die Naturschutzabteilung prüfen soll, ob ein solches Leinengebot auch in anderen Schutzgebieten zur Anwendung kommen soll.

Zwei neue Europaschutzgebiete

Zwei neue Europaschutzgebiete sollen im Bundesland Salzburg neu ausgewiesen werden, so eine Empfehlung des Naturschutzbeirates. Zum einen das zwischen Marzoll und dem Untersberg-Hangfuß in den Gemeinden Wals-Siezenheim und Großgmain gelegene Gebiet Untersberg-Vorland mit verschiedenen wertvollen Kulturlandschaftstypen, in dem der weltweit äußerst seltene Eschenscheckenfalter vorkommt. Zum anderen das in der Gemeinde Strobl gelegene Gebiet Zinkenbach-Karlgraben, vom Gipfel des Osterhornes entlang der Gemeindegrenze bis südöstlich des Zusammenflusses von Wetzstein- und Karlgraben als Lebensraum insbesondere von seltenen und gefährdeten Moosarten.

Positive Flächenbilanz

Weiters hat der Beirat Änderungen an drei Landschaftsschutzverordnungen empfohlen. In allen drei Fällen handelt es sich um die Herausnahme von bebauten Gebieten aus Schutzgebieten. Prominentestes Beispiel ist die Änderung der Grenzziehung in der Landschaftsschutzverordnung Urstein. Bei der Errichtung des Technologie- und Gewerbeparks Urstein ist die Herausnahme von 4,32 Hektar bebauter Flächen erforderlich. Im Gegenzug kommen als Ausgleichsflächen 16,35 Hektar im Bereich der Gemeinden Puch und Hallein zum Schutzgebiet hinzu.

Neue Mitglieder des Beirates angelobt

Angelobt wurde als Mitglied des Fremdenverkehrs Mag. Christian Wörister, als Ersatzmitglied des Landes-Fischereiverbandes Salzburg Gerhard Langmaier, als Ersatzmitglied des Forstwesens Dipl.-Ing. Wilfried Luckel sowie als Ersatzmitglied der Kammer für Architektur und Ingenieurkonsulenten Dipl.-Ing. Richard Kaiser. Landesrat Sepp Eisl nahm als Vorsitzender des Beirates die Angelobung der neuen Mitglieder vor: „Ich danke allen, die in den vergangenen Jahren mit vollem Einsatz ihre Aufgabe wahrgenommen haben und uns immer wichtige Berater im Interesse des Naturschutzes wahren. Mein Dank gilt aber auch jenen, die in den kommenden fünf Jahren diese Funktion wahrnehmen werden, für ihr Engagement zur Mitwirkung im Naturschutzbeirat.“ I221-34


Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 16.11.2004

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