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Umweltschutz im Land Salzburg
Minus 600.000 Tonnen CO2-Ausstoß notwendig
Eisl legt Umsetzungsprogramm für Erreichen des Kyoto-Zieles vor
LK • Landesrat Sepp Eisl hat kürzlich der Salzburger Landesregierung den Bericht einer Arbeitsgruppe, der die erforderlichen Maßnahmen zur Kyoto-Ziel-Erreichung bis 2010 umreißt, zur Beschlussfassung vorgelegt.
Österreich hat im März 2002 das so genannte Kyoto-Protokoll ratifiziert. Gemäß diesem Protokoll in Verbindung mit dem „Burden-Sharing-Agreement“ (innergemeinschaftliche Aufteilung der EU-Kyoto-Ziele) muss Österreich auf Basis des Jahres 1990 bis 2008 bzw. 2012 13 Prozent des Ausstoßes an treibhauswirksamen Gasen einsparen. Die österreichische Bundesregierung hat zur Umsetzung der Kyoto-Ziele die österreichische Klimastrategie entwickelt und im Juni 2002 beschlossen.
„Seit der Unterzeichnung des Protokolls (1997) und des Agreements (1998) verzeichnen wir in Österreich aber keine Verminderung des Ausstoßes gegenüber 1990, sondern einen Anstieg. Das bedeutet, dass wir mittlerweile rund 20 Prozent Emissionen einsparen müssen“, so Energiereferent Landesrat Sepp Eisl.
Umsetzungsprogramm ausgearbeitet
Die Landeshauptleutekonferenz hat im Oktober 2002 die österreichische Klimastrategie ebenfalls zum Beschluss erhoben. Innerhalb der Salzburger Landesregierung hat Energiereferent Eisl eine Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Aufgabe die Entwicklung eines Umsetzungs-programmes zur sicheren und effizienten Erreichung der Klimaschutzziele im Bereich Wärmeenergieversorgung und Wärmeschutz war. In der Arbeitsgruppe waren Energieexperten des Landes, der Salzburg AG und der EVA sowie Experten des Umweltschutzes und der Wohnbauförderung vertreten.
Umstellung auf CO2-arm und CO2-neutral
„Aus dem Bericht der Arbeitsgruppe geht hervor, dass in Salzburg 32.000 ölbeheizte und 2.800 kohlebeheizte Wohnungen auf Heizsysteme mit CO2-neutralen und CO2-armen Energieträgern umgestellt werden müssen. Zusätzlich müssen Maßnahmen wie Abwärmenutzung, Fernwärmeschiene Hallein-Salzburg-Süd oder die Umstellung der Brennstoffversorgung von Heizkraftwerken getroffen werden, die einer CO2-Reduktion aus einer Umstellung von 8.000 erdgas-beheizten Wohnungen auf CO2-arme und CO2-neturale Energieträger entspricht. Zu diesen zusätzlichen Maßnahmen hat sich auch die Salzburg AG eindeutig bekannt“, informiert Eisl.
Die geringe Zeitspanne bis 2010 bedeute, dass nur durch rasches und konsequentes Handeln eine Chance zur Erreichung des CO2-Zieles für Raumwärme und Warmwasser in Salzburg, nämlich die Reduktion von rund 600.000 Tonnen CO2-Ausstoß bis 2010, bestehe.
Bei Neubauten in Salzburg entspreche der energetische Standard der Salzburger Wärmeschutzverordnung den österreichweiten Bestwerten. „Trotz eines innovativen und effektiven Fördersystems führen diese Maßnahmen im Neubau aber nur zur Dämpfung des Emissions-Zuwachses, deswegen müssen vor allem bei bestehenden Anlagen Änderungen vorgenommen werden.“
Selbstverpflichtung Land, Bund, Gemeinden
Als Begleitmaßnahmen hält Eisl es unter anderem für erforderlich, eine Selbstverpflichtung des Landes zur Errichtung von Gebäuden mit hoher energetischer Qualität und den Einsatz CO2-armer und -neutraler Energieträger einzugehen. Des Weiteren müsse eine Vereinbarung mit dem Bund zur Übernahme dieser Selbstverpflichtung für die Bundesgebäude im Bundesland Salzburg getroffen werden sowie eine verstärkte Unterstützung der Gemeinden, die den Kriterien der Selbstverpflichtung ebenfalls entsprechen, stattfinden. Diese Unterstützung soll durch das Umsetzungsprogramm Energie aktiv und das e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden erfolgen.
Klare Forderung von Landesrat Eisl: „Es muss zukünftig eine Bindung der Vergabe von Geldern des Gemeindeausgleichsfonds (GAF) an die Erfüllung der Kriterien der Selbstverpflichtung geben!“ i38-11A
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 25.02.2004
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