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Drei weitere Gymnasien in Salzburg bieten Nachmittagsbetreuung an



Drei weitere Gymnasien in Salzburg bieten Nachmittagsbetreuung an



Schäffer: Schule der Zukunft kommt Erziehungsberechtigten auch bei Betreuung so weit wie möglich entgegen




LK • Nach dem Vorreiter Bundesrealgymnasium Akademiestraße, das seit vielen Jahren Nachmittagsbetreuung für Schülerinnen und Schüler anbietet, hat der Amtsführende Präsident des Landesschulrates, Hofrat Prof. Mag. Gerhard Schäffer, dieses Angebot mit Unterstützung von Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer um drei weitere Gymnasien in Salzburg erweitert, und zwar um das Christian Doppler-Gymnasium Salzburg, das Bundesgymnasium Hallein und das Bundesgymnasium Tamsweg. „Eine Gesellschaft, die sich verändert, braucht auch eine Schule, die sich im Angebot ändert. Die Schule der Zukunft kommt Eltern und Erziehungsberechtigten auch hinsichtlich der Betreuung so weit wie möglich entgegen“, erklärte Präsident Schäffer heute, Donnerstag, 26. Februar.

Nachmittagsbetreuung heißt nicht Ganztagsschule


Präsident Schäffer präzisiert die pädagogischen, familienpolitischen und infrastrukturellen Vorteile der Nachmittagsbetreuung folgendermaßen:


Schule mit anschließender Nachmittagsbetreuung lässt Eltern und Erziehungsberechtigten die Wahlmöglichkeit, ob sie dieses Angebot tageweise annehmen wollen. Die Ganztagsschule hingegen bietet auf Grund der in den täglichen Stundenplan integrierten Freizeit keine Wahlmöglichkeit für die Eltern.


Schulische Nachmittagsbetreuung ist ein Angebot, das die Eltern und Erziehungsberechtigten in ihren Erziehungsaufgaben unterstützt und ergänzt, nicht aber wie die Ganztagsschule den Familien Aufgaben aus der Hand nimmt.


Nachmittagsbetreuung berücksichtigt das individuelle Freizeitinteresse des Kindes in einem größtmöglichen Ausmaß, während die Ganztagsschule nur eine per Stundenplan geregelte Freizeit anbieten kann.


Die Nachmittagsbetreuung orientiert sich durch die Konzentration des Unterrichts auf den Vormittag mehr an der Leistungsfähigkeit des Kindes, als die Ganztagsschule, die bereits am Vormittag Freizeitphasen einplant.
Ein Ausbau der Nachmittagsbetreuung ist ungleich kostengünstiger als die Schaffung einer Infrastruktur für eine Ganztagsschule.


Sinnvolle Gestaltung der Zeit außerhalb des Unterrichts


Sinn der Nachmittagsbetreuung ist es, Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu geben, auch außerhalb des stundenplanmäßigen Unterrichts die Zeit sinnvoll in der Schule zu verbringen. Gedacht ist dieses Angebot vor allem für Fahrschülerinnen und Fahrschüler und solche, deren Eltern ganztägig berufstätig oder aus anderen Gründen tagsüber zur Betreuung der Kinder nicht zur Verfügung stehen.


Das Angebot der Nachmittagsbetreuung gliedert sich in drei Bereiche:


Die fachspezifische Lernbetreuung: Diese wird durch Lehrkräfte in Deutsch, Englisch und Mathematik gestaltet, wobei die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, den Unterrichtsstoff im jeweiligen Fach gemeinsam mit der Lehrkraft besser verstehen zu lernen bzw. zu festigen.


Die individuelle Lernzeit: Hier kann der Schüler/die Schülerin die Zeit nach eigenen Bedürfnissen zum Lernen nützen. Die Bibliothek ist dafür vielfach der geeignete Raum mit der besten „Lernatmosphäre“.


Die betreute Freizeit: Sie steht zur individuellen Gestaltung zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler können allein, zu zweit oder in größeren Gruppen ihren – meist sportlichen – Interessen nachgehen und werden dabei von einer Lehrkraft betreut.


Die Nachmittagsbetreuung endet per Gesetz zwischen 16.00 und 18.00 Uhr. Eltern und Erziehungsberechtigte können ihre Kinder auch tageweise zur Nachmittagsbetreuung (zum Beispiel für jeden Dienstag) anmelden, was als besonderer Vorteil empfunden wird.


Für die Realisierung eines verstärkten Angebotes für Nachmittagsbetreuung an allgemein bildenden höheren Schulen Salzburgs hat Bildungsministerin Elisabeth Gehrer sowohl Werteinheiten für den damit verbundenen Lehrerbedarf als auch Gelder für die Ausstattung der Betreuungseinrichtungen zugesagt.


Folgende Bundesschulen bieten am kommenden Schuljahr Nachmittagsbetreuung an:


Christan Doppler-Gymnasium Salzburg: Die Direktion rechnet vorerst mit einer Betreuungsgruppe von etwa 15 Schülerinnen und Schülern. Eine Möglichkeit zu einem kostengünstigen Mittagessen gibt es in unmittelbarer Nähe der Schule. Die entsprechenden Räumlichkeiten für die Betreuung werden durch organisatorische Veränderungen geschaffen, entsprechende Arbeitsmaterialien und Spiele für die Freizeitgestaltung werden angekauft.


Bundesgymnasium Hallein: Hier rechnet man mit ein bis zwei Gruppen ab Herbst 2004. Neben Tischtennistischen stehen auch der Turnsaal, der Sportplatz sowie bei Schlechtwetter der Aufenthaltsraum der Schule und die Bibliothek für die Schülerinnen und Schüler in der Nachmittagsbetreuung zur Verfügung. Ein warmes Mittagsessen soll um 3,50 bis 4,50 Euro angeboten werden.


Bundesgymnasium Tamsweg: Auch hier rechnet man mit ein bis zwei Gruppen. Zusätzlich zum Gymnastikraum und diversen Geräten (Fußballtische usw.) will man auch den Informatikraum für die Schüler öffnen. Dachterrasse, Volleyballplatz und der Schulhof stehen ebenfalls zur Verfügung. Der Preis für das Mittagsmenü soll „sozialverträglich“ sein.
Bundesrealgymnasium Akademiestraße: Ist der Vorreiter in diesem Bereich. Hier wird die Nachmittagsbetreuung bereits seit vielen Jahren mit Erfolg angeboten. Ein Mittagsmenü gibt es in der nahen Mensa der naturwissenschaftlichen Fakultät um drei bis fünf Euro. Die betreute Freizeit wird auch durch gelegentliche Exkursionen und Wanderungen abwechslungsreich gestaltet. Nach dem derzeit in Planung befindlichen Umbau sollen für die Nachmittagsbetreuung vier Gruppenräume und ein Mehrzweckraum zur Verfügung stehen. i39-11C



Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 26.02.2004

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