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Informationsgespräch zum Thema Internet im Salzburger Messezentrum



Sicherheit im Internet nicht auf die leichte Schulter nehmen


W. Eisl: Ohne entsprechenden Schutz stellen Unternehmen ihre sensiblen Daten "in die Auslage"




LK • Dass Autofahren ohne Sicherheitsgurt gefährlich ist, weiß jeder. Deshalb schnallen sich auch 75 Prozent aller Österreicher beim Autofahren an. Bei der Sicherheit im Internet sind die Österreicher bzw. die Unternehmer weniger sensibel. „Wenn man wie heute vor Augen geführt bekommt, was ohne ausreichende Schutzmechanismen im Internet alles möglich ist, so ist jedes Unternehmen gut beraten, sein Internet-Sicherheitssystem zu überprüfen und auf den letzten Stand zu bringen. Kein Unternehmen kann daran interessiert sein, sensible Firmendaten ‚in die Auslage’ zu stellen und eine beliebige Manipulation zuzulassen“, sagte Wirtschafts-referent Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Eisl, heute, Donnerstag, 26. Februar, bei einem Informationsgespräch im Salzburger Messezentrum, bei dem ein Hackerangriff auf ein Firmennetzwerk demonstriert wurde.


In der Wirtschaft geht es nicht mehr ohne: Laut jüngsten Erhebungen haben bereits 185.000 österreichische Unternehmen einen Zugang zum Internet, das sind 79 Prozent aller Unternehmen. Bei den Unternehmen mit mehr als neun Beschäftigten beträgt der Prozentsatz sogar 91 Prozent. In bestimmten Sektoren wie dem Kredit- und Versicherungswesen sind alle Unternehmen mit einem Internetzugang ausgestattet. Auch praktisch jedes Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern nutzt das Internet.


Dieser hohe und zunehmende Vernetzungsgrad der Unternehmen bietet bis vor wenigen Jahren ungeahnte Informations- und Verkaufsmöglichkeiten. Damit verbunden sind aber auch alle Risken und Gefahren der Manipulation. Der Zugriff und der Schutz von wertvollen Unternehmensdaten muss daher abgesichert werden. Hier gilt es technische und organisatorische Vorkehrungen zu treffen. Trotz der bekannten und bestehenden Gefahren werden zeitgemäße Sicherheitsmaßnahmen oft aus Unkenntnis links liegengelassen. „Dateninformationen sind heute meist das wertvollste Gut eines Unternehmens. Nur wer sich früh genug um optimalen Schutz kümmert, kann möglichen Angriffen aus dem Internet gelassen entgegensehen“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Eisl.


Jeder kann Schutzmaßnahmen treffen


Die Schäden, die jährlich durch Internetangriffe weltweit verursacht werden, lassen sich seriös nicht in Zahlen ausdrücken. Fest steht nur, dass diese Schäden ständig zunehmen. Untersuchungen zeigen, dass in Unternehmen nach wie vor nur rund 27 Prozent der Rechner ausreichend gegen Internetattacken geschützt sind. Im Privatbereich geht nur jeder zehnte Nutzer auf Nummer Sicher. Auch kleine und mittlere Unternehmen ohne IT-Experten sollen und können vorsorgliche Schutzmaßnahmen treffen. Dazu ist es erforderlich, das individuelle Betrugsszenario zu analysieren und darauf aufbauend die richtigen Maßnahmen zu entwickeln. Ein funktionierendes und laufend aktualisiertes Anti-Virenprogramm sowie eine Firewall gehören zur unverzichtbaren Grundausstattung eines jeden Online-PCs. Dazu gibt es fertige Softwarepakete über den Fachhandel und spezialisierte EDV-Unternehmen oder die Programme können meist kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

Online-Anwendungen werden zum Alltag


Bestimmte Internetanwendungen wie Online-Einkaufen und Online-Banking haben nach wie vor starke Zuwachsraten und scheinen sich als ganz normale Anwendungen zu etablieren. So haben 2003 mehr als die Hälfte aller Unternehmen Online-Banking zur Abwicklung von Geldgeschäften verwendet. Im Vergleich zum Jahr 2001 war es erst ein Viertel. Immerhin schon zwölf Prozent oder 28.000 Unternehmen bieten kostenpflichtige Leistungen auf ihrer Homepage an. Auch E-Gouvernement-Angebote werden bereits von 74 Prozent aller Unternehmen mit mehr als neun Beschäftigten zum Herunterladen und Ausfüllen von Formularen und dergleichen verwendet.


Auch die Ausstattung der privaten Haushalte in Österreich mit Internet ist mit 1,2 Millionen Haushalten oder 36 Prozent aller Haushalte in letzter Zeit stark gewachsen. Salzburg nimmt neben Vorarlberg die Spitzenposition mit mehr als 40 Prozent ein. 2002 waren es erst eine Million oder 31 Prozent der Haushalte. Somit hat die Hälfte aller Österreicherinnen und Österreicher Zugang zum Internet, und 3,7 Millionen geben an, das World Wide Web auch regelmäßig zu nutzen.
Live-Angriff auf Firmennetzwerk


Johann Thurner und Joe Windinger von der Firma Thurner-EDV demonstrierten anschließend, wie leicht es für Hacker ist, in ein Firmennetzwerk einzudringen und Schaden anzurichten. Gleichzeitig gaben sie professionelle Tipps, wie man sich vor solchen Gefahren auch als Computernutzer mit durchschnittlichem PC-Wissen schützen kann. Über populäre Such-maschinen wie etwa Google kann sich jede/r Programme, mit denen Sicherheitslücken in Computersystemen ausgemacht werden können, herunterladen. Bei der Simulation eines Hackerangriffs wurde zusätzlich noch ein „Trojaner“, ein schädliches und unerkanntes Programm auf einem ungeschützten PC eingeschleust, mit dem der Missbrauch des angegriffenen PCs noch weiter erleichtert wird. Darüber hinaus wurde ein E-Mail über diesen PC unter gefälschtem Absender versendet. Für die Computerexperten war es ein Leichtes, auf dem Rechner durch Veränderung und Löschen von Daten Schaden anzurichten. Danach wurde ein Live-Angriff im Internet auf ein Firmennetzwerk mit massiven Sicherheitslücken durchgeführt (die Angegriffenen wurden über den Vorgang informiert). Auch hier verschafften sich die PC-Experten in wenigen Minuten Zugang zu den Firmendaten. i39-60

Für die Redaktionen liegt der heutigen Landeskorrespondenz ein Infoblatt mit Tipps für mehr Sicherheit im Internet bei.



Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 26.02.2004

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