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Herausforderung für ein sauberes Salzburg
Müll vermeiden ist der bessere Weg
Raus: Einführung von Pfand auf Dosen und Einweg-Verpackungen / "Abfall-Bilanz" 2003
LK • „Die größte Herausforderung für ein sauberes Salzburg waren die Umstellungen in der Abfallwirtschaft.“ Das sagte Umweltreferent Landesrat Dr. Othmar Raus heute, Montag, 5. Jänner, zur Bilanz über die Abfallwirtschaft in Salzburg. „Die Umstellungen hängen mit der Deponieverordnung zusammen. Sie bedeutet: Wir sollen weniger Müll in Deponien vergraben, sondern einen hohen Anteil kontrolliert durch Verbrennen vernichten und daraus noch Restenergie gewinnen. Müll vermeiden wäre jedoch am besten und kostengünstiger“, betonte Raus.
Der bessere Weg, Müll zu vermeiden, wäre eine Einführung eines Pfandes auf Wegwerfverpackungen wie Dosen und Einweg-Plastikflaschen. Nur die Bundesregierung könne diese Maßnahme setzen. Einen Erfolg habe es vor dem Verfassungsgerichtshof gegeben, informierte Raus. Der VfGH stellte fest, dass die vergangene Verordnung zugunsten der Einwegverpackung unzulässig war. „Wir nutzten die Situation und legten in Wien dem Bundesministerium eine umfangreiche Studie vor, wie eine gute und praxisnahe Einführung des Pfandes funktionieren könnte. Alle Fakten sind nun auf dem Tisch“, unterstrich Raus.
In Vorbereitung auf die geänderten Anforderungen an die Abfallbehandlung auf Grund der Deponieverordnung kam es bei der Salzburger Abfall-Beseitigung (SAB) zu einem Umbau der bestehenden Müll-Klärschlamm-Kompostieranlage hin zu einer Müll-Splitting-Anlage. Damit kann die im Restmüll enthaltene Energie abgesondert und thermisch verwertet werden.
Weiters wurde 2003 bei der SAB der Bahnanschluss zum Abtransport der heizwertreichen Fraktion und des Klärschlammes nach Lenzing (Oberösterreich), wo diese Abfälle thermisch behandelt werden, fertig gestellt. Damit wurde einer langjährigen Forderung der Anrainergemeinden und auch dem Ziel eines verstärkten Transportes von Abfällen auf der Schiene entsprochen.
Für Verwirrung sorgte eine Umstellung in der Müllentsorgung, die allein die Stadt Salzburg betraf. Dort, so hat der Magistrat entschieden, soll der Plastikmüll nun nach einem neuen System, zum Teil über den Hausabfall gesammelt werden. In allen Bezirken außer der Stadt bleibt es aber bei der bestehenden Trennung. Der Grund für die Umstellung in der Stadt ist finanzieller Natur angesichts sehr vieler Fehlwürfe an den großen Sammelinseln. Eine landesweite Information begleitete die Umstellungen.
300.000 Euro für ein sauberes Salzburg
Rund 300.000 Euro hat das Land Salzburg mittlerweile bereits in die Aktion sauberes Salzburg investiert. Mit der Initiative stellt das Land Gelder zur Verfügung, damit Salzburgs Gemeinden und Städte sauberer werden. Ziele der Aktion sind eine bessere Müllvermeidung und Mülltrennung in den Gemeinden. Das Geld wird in die Recyclinghöfe, in Müllinseln und in andere Sammlungen, wie z. B. Alttextilien und Elektrogeräte, investiert.
Jedes Jahr werden Salzburgs Recyclinghöfe bzw. Altstoffsammelhöfe besser. Sie werden von den Bürgern besonders gut angenommen. Dies ist nicht zuletzt auch auf die gute Arbeit der Abfallberater/innen und die in den Höfen Beschäftigen zurückzuführen. Ohne sie wäre z. B. eine reibungslose Einführung der Bioabfallsammlung, der Verpackungssammlung oder Altspeisefettsammlung nicht möglich gewesen.
Weiters wurde heuer eine sehr große Altlast, die Hausmüll- und die Klärschlammdeponie in Urstein in der Gemeinde Puch saniert, womit wieder ein wesentlicher Schritt für ein sauberes Salzburg gesetzt werden konnte. Weiters wurde durch die fachliche Unterstützung der Abteilung Umweltschutz, gemeinsam mit der Salzburg AG, die Grundlage geschaffen, dass ab 2004 mit der Sanierung der Altlast Gaswerk Rosseggerstraße in der Stadt Salzburg begonnen werden kann.
Ein besonderer Schwerpunkt zur Abfallvermeidung wurde mit der Aktion „Abfallarme Zeltfeste“ gesetzt. Durch Information und finanzielle Anreize wird zum Beispiel die Verwendung von Mehrweggeschirr unterstützt.
„ÖLI“ wurde ausgebaut
Bei der Abfalltrennung wurde das Sammelsystem „ÖLI“ für Speiseöl (Kübelaustausch-System) landesweit weiter ausgebaut. Damit wird einerseits eine Entlastung der Kläranlagen von Rückständen von Altspeisefetten erreicht und zur besseren Wiederverwertung von Altspeisefetten beigetragen. Für die Bürger tritt zudem auch eine Komfortverbesserung bei der Sammlung von Altspeisefetten ein.
Um große Müllmengen geht es oft in den Betrieben. Im September 2003 ging die neue Beratungsstelle „Umwelt.Service.Salzburg“, die von Dipl.-Ing. Wolfgang Konrad geleitet wird, in Betrieb. Die neue Beratungsstelle, die in der Faberstraße 18 angesiedelt ist, hat neben dem Schwerpunkt der betrieblichen Umweltberatung, der von der früheren Ökologischen Betriebsberatung übernommen wurde, auch Gemeinden und sonstige Einrichtungen als Zielgruppen.
Auch 2003 sei es einmal mehr gelungen, einige notwenige Fortschritte zu erzielen, betonte Umweltreferent Raus. Unmöglich wäre dies ohne die engagierten Bürgerinnen und Bürger, die Landesumweltanwaltschaft, die Umweltexperten/innen der Gemeinden und Städte sowie die Mitarbeiter/innen der Umweltschutzabteilung des Landes gewesen. i2-11
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 05.01.2004
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