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Planmäßiger erster Abfall-Bahntransport in Siggerwiesen, Land Salzburg



Planmäßiger erster Abfall-Bahntransport


Die mechanisch biologische Aufbereitungsanlage (MBA) "neu" der Salzburger Abfallbeseitigung GmbH nimmt ihren Betrieb auf


Sperrfrist: Heute, Mittwoch, 7. Jänner 2004, 14.00 Uhr!

LK • Die Umsetzung der neuen Deponieverordnung in Siggerwiesen wurde zeitgerecht durchgeführt. Heute, Mittwoch, 7. Jänner, wurde bei einer Veranstaltung in Siggerwiesen die mechanisch biologische Aufbereitungsanlage (MBA) „neu“ der Salzburger Abfallbeseitigung GmbH in Betrieb genommen.

Mit dem zeitgerechten Betriebsbeginn der MBA „neu“ wurden heute die ersten Ballen Abfall in den Waggon verladen und auf der Schiene nach Oberösterreich zur thermischen Verwertung verbracht. Die präliminierten Kosten wurden sowohl für den Bau der MBA „neu“ (zirka zehn Millionen Euro) als auch für die Errichtung des Bahnanschlusses (zirka zwei Millionen Euro) exakt eingehalten.

Umweltreferent Landesrat Dr. Othmar Raus betonte bei der Eröffnung der MBA „neu“: „Salzburg ist fit für die neue Zeit in der Abfallverwertung. Bei der SAB in Siggerwiesen hat man die nötigen Vorbereitungen getroffen. Wir dürfen aber niemals vergessen, dass die Vermeidung von Müll unsere oberste Priorität sein muss.“ Er gratulierte allen an der „perfekten Vorbereitung“ Beteiligten. Salzburg werde auch weiterhin Musterschüler in der Abfallbehandlung bleiben, so Raus unter Hinweis auf die hohe Trennmoral und die gute Behandlung des Abfalls.

Bekanntlich ist ab 1. Jänner 2004 österreichweit die neue Deponieverordnung wirksam. Sie besagt im Wesentlichen, dass keine Abfälle mehr deponiert werden dürfen, die nicht vorher in einen reaktionsarmen und damit erdkrustenähnlichen Zustand gebracht wurden. Damit müssen auch Abfälle, die einen hohen Heizwert haben (größer wie 6000 kJ/kg) thermisch verwertet, also verbrannt, werden.

Mit dieser gesetzlichen Regelung ist eine Reaktordeponie, wie sie bislang Stand der Technik war, nicht mehr zulässig. Das heißt, in der Deponie dürfen keine unkontrollierten Prozesse durch die Verrottung des Abfalls mehr stattfinden. Das bedeutet natürlich auch, dass in Zukunft Geruchsemissionen oder Bodenverunreinigungen ausgeschlossen werden können. Dies ist auch ein entscheidender Vorteil für die Anrainer einer solchen Deponie.

Die Salzburger Abfallbeseitigung mit ihren umfangreichen Abfallbehandlungsanlagen ist auf eine solche Vorgabe nun bestens vorbereitet. Natürlich werden gefährliche Schadstoffe weiterhin getrennt und auch die moderne Biobehandlungsanlage wird ihre Arbeit weiterführen. Aber der bisher kompostierte Restmüll (Hausabfälle) wird jetzt in einer neu errichteten Sortier- und Zerkleinerungsanlage vorbehandelt. Neben der Zerkleinerung des Abfalls geht es hier vor allem darum, Eisen- und Nichteisenmetalle auszuscheiden und den Abfall nach seinem Volumen zu sortieren (das sind eine Schwerfraktion, eine Mittelfraktion mit 40-80 Millimeter Größe und eine Feinfraktion mit 0-40 Millimeter). Die MBA „neu“ hat das Ziel, Sperrmüll abzutrennen und dadurch den extern zu verbrennenden Abfall stark zu reduzieren. Knapp die Hälfte des Abfalls (zirka 80.000 Jahrestonnen) werde als heizwertreiche Fraktion in Ballen gepresst und über die Schiene zur Müllverbrennungsanlage in Oberösterreich gebracht. Ein Teil der Fraktion wird über eine Container–Verladestation auf die eigene Deponie in Siggerwiesen transportiert.

Durch die neue Deponieverordnung wird nur mehr ein Bruchteil der bisher deponierten Menge in Siggerwiesen verbleiben. Dadurch wird sich vor allem für die Anrainer die Emissionssituation deutlich verbessern. Gerade in einer Gemeinde wie Bergheim ist dies ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation.

Obwohl es durch die Umsetzung der neuen Deponieverordnung zu einem wesentlichen Qualitätssprung in der Abfallwirtschaft kommt, werden sich die Mehrkosten von Seite der Salzburger Abfallbeseitigung für den Bürger lediglich im Bereich von etwa einem Cent pro Bürger/Tag bewegen.

Bahnverladung für den Transport zur thermischen Verwertung

Ein wesentlicher Teil der neuen abfallwirtschaftlichen Konzeption ist die umweltschonende Bahnverladung. Es werden in Zukunft etwa 80.000 Jahrestonnen Abfall (das ist knapp die Hälfte des in Siggerwiesen verarbeiteten Abfalls) der thermischen Verwertung zugeführt. Die Bietergruppe „AVE Entsorgung GmbH/AVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH & Co KG“ übernimmt diese Menge. Der Gleisanschluss zur Lokalbahn wurde soeben fertig gestellt, ebenso Infrastruktureinrichtungen wie Eisenbahnwaage, Manipulationsflächen und ein zweites Abstellgleis. Die frühmorgens angelieferten Waggons mit den leeren Containern werden durch eigenen Verschubverkehr (mittels Zwei-Wege-Fahrzeuges) gewogen, beladen und zu Zügen mit einer Länge von 200 bis 300 Metern zusammengestellt.

Diese neue Bahnanlage wurde von der Salzburger Abfallbeseitigung mit einem Kostenaufwand von rund zwei Millionen Euro bereits 2003 verwirklicht. Dieses Anschlussgleis an die Lokalbahn und damit an das internationale Schienennetz ist ein wesentlicher Vorteil für den Standort der SAB und deren Bemühen um umweltverträgliche Betriebsführung. Die Menge des jährlichen Gütertransportes der Salzburger Lokalbahn von 340.000 Tonnen wird durch den umweltfreundlichen Transport des Abfalls deutlich gesteigert. i3-11A


Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 07.01.2004

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