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Salzburgs Frauenreferentin
Bei der Steuerreform sind die Frauen die Verlierer
Burgstaller: Im Scheidungsfall reicht die geringfügige Beschäftigung finanziell nicht
LK • „Die Bundesregierung hat frauenpolitisch versagt, sonst hätte sie andere Prioritäten bei der Steuer-Entlastung gesetzt“, kommentierte heute, Dienstag, 13. Jänner, Salzburgs Frauenreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gabi Burgstaller die Auswirkungen der Steuerreform, die ab 1. Jänner 2005 wirksam werden sollen. „Besonders Frauen sind betroffen. Um den Alleinverdiener-Absetzbetrag nicht zu verlieren, sind vor allem die (Ehe-)Frauen gezwungen, meist nur geringfügige Beschäftigungsverhältnisse anzunehmen. Im Scheidungsfall wird das fehlende Einkommen für die Frau dann zum Problem“, kritisierte Landeshauptmann-Stellvertreterin Burgstaller. Sie hofft, dass das Land Salzburg im offiziellen Begutachtungsverfahren wie schon bei der Pensionsreform im vergangenen Frühsommer „Nein“ zu diesem Gesetzesentwurf des Bundes sagt. Außerdem sorgen viele geringfügig beschäftigte Frauen für ihre Pension nicht vor.
Rund 20.000 Menschen sind derzeit in Salzburg geringfügig beschäftigt. Mehr als drei Viertel davon sind Frauen. Als geringfügig beschäftigt gelten jene Arbeitnehmer/innen, die monatlich nicht mehr als rund 310 Euro verdienen. Mit der Anhebung des Alleinverdiener-Absetzbetrages von derzeit 4.360,47 Euro im Jahr bei einer Familie mit mindestens einem Kind auf 6.000 Euro jährlich mit der aktuellen Steuerreform werden Frauen nicht entlastet.
„6.000 Euro im Jahr sind ein Einkommen, von dem man im Notfall allein oder mit Kind nicht leben kann. Im Scheidungsfall landen genau diese Frauen bei uns in der Beratung“, sagte Burgstaller. Viele Frauen dürfen einfach nicht mehr dazu verdienen, um den Alleinverdiener-Absetzbetrag des Ehepartners nicht zu gefährden. Im Trennungsfall werde dieses Problem dann „schlagend“, weil eine existenzsichernde Arbeit nicht „aus dem Hut zu zaubern“ ist. Und von 6.000 Euro im Jahr könne niemand leben oder sich eine unabhängige Existenz aufbauen, betonte die Salzburger Frauenreferentin und hofft, dass beim Begutachtungsverfahren vor Beschluss der Steuerreform im Parlament im Frühjahr bei diesem Thema noch „Bewegung in die Sache“ kommt. i7-11
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 13.01.2004
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