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Umbau der Kirche von St. Severin in Salzburg-Sam



Neue Heimat für Kirche und Vereine


Griessner: Pfarre St. Severin bekommt auch gesellschaftliche Bedeutung / Drei Millionen Euro für dreiteiligen Umbau




LK • Der Umbau der Kirche von St. Severin in Salzburg-Sam, des Pfarrzentrums sowie des Kanzlei- und Wohnteiles schreitet rasch voran. Bis jetzt wurden 1,9 Millionen Euro verbaut bzw. an Baufirmen vergeben. Durch die Fertigstellung des Pfarrzentrums erhalten Vereine wie Senioren- und Jugendgruppen, Schützen, Kameradschaftsbund, Mutter-Kinder-Gruppen, Pfadfinder und künftig auch Eisstockschützen eine Heimat, sagte Landtagspräsident Ing. Georg Griessner gestern, Mittwoch, 14. Jänner, beim Besuch der Pfarre St. Severin. Die Gesamtkosten des dreiteiligen Projektes betragen rund drei Millionen Euro. Ausschließlich Salzburger Firmen wurden beschäftigt, so kommt die Wertschöpfung der Salzburger Wirtschaft zugute. Der Besuch Griessners fiel auch in die unmittelbare zeitliche Nähe des Namenstages von St. Severin am 8. Jänner.

Alleine in unmittelbarer Nähe des Pfarrzentrums wurden rund 250 Wohnungen errichtet. Ab Herbst 2004 werden weitere 60 Mietwohnungen neu geschaffen. Damit gehe aber die Arbeit der römisch-katholischen Kirche und der Pfarre St. Severin mit ihren kulturellen und sozialen Einrichtungen weit über den kirchlichen Aufgabenbereich hinaus und habe allgemeine soziale und gesellschaftliche Bedeutung, so Landtagspräsident Griessner. Das Pfarrzentrum umfasst das Einzugsgebiet der Stadtteile Sam, Gnigl und Langwied und somit 8.700 Einwohner.

Durch verschiedene Aktivitäten wie Flohmärkte und durch die Kirchenbeiträge wird der Großteil des Umbaus finanziert. Mehr als ein Drittel der Gesamtkosten von zirka drei Millionen Euro entfallen auf den Neubau des Pfarrzentrums. Wegen Geldmangels wurde vorerst der Umbau des Kanzlei- und Wohnteiles zurückgestellt. Es können nur die nötigsten Maßnahmen am Rohbau und die Außenfassade fertig gestellt werden. Für die Fertigstellung fehlen nach dem Finanzierungsplan noch 750.000 Euro. Vom Land wurde bereits ein Zuschuss in Höhe von 70.000 Euro zugesagt, von der Landeshauptstadt Salzburg wurden bisher 30.000 Euro zugesichert. Ziel des Pfarrgemeinderates ist es, dass je zehn Prozent der Gesamtkosten, also je 300.000 Euro, von Land und Stadt Salzburg in einem Zeitrahmen von maximal sechs Jahren zugesagt werden.

Die Einrichtungen sollen auch als multikulturelles Informations- und Veranstaltungszentrum genützt werden können. Damit werde eine gesellschaftliche Einrichtung in einer an kulturellen Einrichtungen armen Region der Landeshauptstadt durch die römisch-katholische Kirche bereitgehalten, so Griessner. Diesem Anliegen entspricht auch die Errichtung eines Kindergartens mit vier Gruppen durch die Landeshauptstadt in unmittelbarer Nähe des Pfarrzentrums. Das Grundstück wurde bereits von der Pfarre St. Severin an die Stadt veräußert.

Erstmals 1997 als Pfarrzentrum genutzt

1948 wurde ein Wohnobjekt in die heutige Form des Pfarrzentrums umgebaut. 1962 erfolgte die Errichtung der bestehenden Industriehalle, eine ehemalige Schuhpastenfabrik, die 1971 mit den Wohnungen zusammengeschlossen wurde. Bis 1982 wurde der Grund durch die Erzdiözese erworben und St. Severin benannt. Fünf Jahre später kam es zur Bauausschussgründung durch den Pfarrgemeinderat Gnigl. Im April 1997 begann die Nutzung des ehemaligen „Popp-Geländes“ als Pfarrzentrum. Nur zwei Monate später musste das Objekt saniert werden. Im November 2001 wurde St. Severin zur selbstständigen Seelsorgestelle durch Erzbischof Dr. Georg Eder und das Bundesministerium für Unterricht und Kunst erhoben. Im Jahr darauf folgte die Wahl eines eigenen Pfarrgemeinderates und Pfarrkirchenrates. Im April 2003 fand die Spatenstichfeier statt, die voraussichtliche Bauzeit beträgt 20 Monate.

Severinus, deutsch: „der Gestrenge“, wirkte zur Zeit der Völkerwanderung in der römischen Provinz Norikum, dem Grenzland längs der Donau zwischen Passau und Wien. Heute noch verehren Salzburg, Tirol, Steiermark und Kärnten diesen Heiligen als ihren Schutzpatron. 25 Jahre lang verkündete er die Botschaft Christi längs des Donauufers. Nie hat er in dieser Zeit ein kirchliches Amt bekleidet, aber dank seiner starken Persönlichkeit wurde er unbestritten zum Führer der Donauchristen. Severin hauste, wenn er nicht unterwegs war, in einer kahlen Zelle bei Pöchlarn. Auf ihn ist die Gründung weiterer Niederlassungen von Mönchen zurückzuführen, aus denen später u. a. die Klöster Bojoto in Passau und Faviana bei Krems entstanden. Severinus starb am 8. Jänner 482. Im Felsüberhang „Bruderloch“ auf dem Weg von Hallein nach Vigaun ist eine Gedenktafel zu Ehren von St. Severin angebracht. i9-41

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Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 15.01.2004

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