Sie befinden sich: Nützliches > Salzburg-Informationen

Hier finden sie über die Stadt Salzburg, das Salzburger Land und den Oberpinzgau mit seinen Gemeinden Krimml, Wald, Neukirchen, Bramberg, Hollersbach, Mittersill, Stuhlfelden, Uttendorf,Niedersill, Piesendorf, Kaprun und Zell am See touristische und viele andere Informationen.

Leben wie zu Hause in Salzburgs Seniorenheimen



Leben wie zu Hause in Salzburgs Seniorenheimen


Blachfellner: Soziale Integration durch Planung verbessern / Auf Demenzerkrankungen besonders Rücksicht nehmen




LK • In Salzburgs Seniorenpflegeheimen soll durch eine neue bauliche Gestaltung eine vielfältigere Betreuung der Bewohner/innen ermöglicht werden. Dadurch sollen die Voraussetzungen für eine Stärkung des Gemeinschaftslebens in kleineren Gruppen geschaffen werden. Das kündigte Sozialreferent Landesrat Walter Blachfellner heute, Donnerstag, 15. Jänner, bei der Präsentation einer Studie von Architektin Dipl.-Ing. Ursula Spannberger an. Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie Seniorenpflegeheime für die Bewohner/innen, aber auch für das Pflegepersonal optimal gestaltet werden.

Für die Erstellung der Studie wurde die architektonische Gestaltung von Seniorenpflegeheimen in den westlichen Bundesländern Österreichs sowie in Stuttgart und der Schweiz untersucht. „Die bauliche Innen- und Außengestaltung hat Einfluss auf das Wohlbefinden und Verhalten von Bewohner/innen und Pflegenden und letztlich auch auf die Besucher/innen“, begründete Blachfellner die Untersuchung.

Hintergrund dieser Studie ist unter anderem aber auch das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter 62.000 Senior/innen, wonach sich die Mehrheit der älteren Mitbürger/innen mehr Gesellschaft und Freizeitgestaltung in Seniorenheimen wünscht, dies aber aufgrund der wenigen Gesellschaftsräume in den Heimen nur schwer möglich ist. Die Raumplanung in Seniorenheimen werde sich aber auch aufgrund der veränderten Zusammensetzung der Bewohner/innen ändern müssen. „In den Seniorenheimen leben auch immer mehr Menschen mit Demenzerkrankungen, dieser Entwicklung haben sich die älteren Seniorenpflegheime noch nicht angepasst. Von der räumlichen Gestaltung und der Infrastruktur zur Versorgung ist der Großteil der alten Heime vor allem auf die Betreuung und Versorgung von Menschen mit körperlichem bzw. gesundheitlichem und weniger sozialem Betreuungsbedarf eingestellt“, hielt Blachfellner fest. Die Bauplanung werde daher einen räumlichen Rahmen, der den Bewohnern eine möglichst alltagsnahe Lebensführung sowie die Förderung ihrer Fertigkeiten und sozialen Kontakte ermöglicht, schaffen müssen. „Auf die demenzgerechten baulichen Gestaltungsmerkmale wird in Zukunft mehr Rücksicht genommen“, versicherte Blachfellner.

Der Bau von Seniorenpflegeheimen ist in Bischofshofen, Bürmoos, Altenmarkt, Maishofen, Seekirchen, Bruck, Anif, St. Johann, Mariapfarr, Strobl, Mauterndorf, Rauris, Bramberg, Hof, Piesendorf, Kuchl und Tamsweg geplant. Die Umsetzung hängt jedoch von einer Bedarfserhebung ab. Dazu dient auch die derzeit laufende Überarbeitung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes für pflegebedürftige Personen auf Verwaltungsebene.

Räumliche Gestaltung auch für Personal wichtig

Die Erwartungen der Bewohner/innen von Seniorenheimen in Bezug auf mehr Komfort, sprich auf die Hotelkomponente, haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Auch die Bedürfnisse sind andere geworden, wie beispielsweise der verstärkte Wunsch nach aktiver Gestaltung des Lebensabends. „Bewohner/innen von Seniorenheimen erwarten jetzt und auch künftig einen anderen Komfort bei der Unterbringung. Aber auch die Arbeitsabläufe und Bedürfnisse der Mitarbeiter/innen in den Pflegeheimen haben sich geändert, was auch auf die geänderten Anforderungen durch andere Krankheitsbilder wie Demenz zurückzuführen ist. Die Raum- und Funktionsplanung muss auf diese Veränderungen reagieren, wenn sie einen Beitrag zur Verbesserung der Zufriedenheit der Bewohner/innen, Patient/innen und Mitarbeiter/innen sowie zur Steigerung der Effizienz der Pflegeheimarbeit leisten will“, betonte Sozialreferent Blachfellner. Die bauliche Umgebung wirkt auch auf das Wohlbefinden der Bewohner und hat dadurch auch eine „therapeutische“ Funktion. Besonders Demenzkranke sind aufgrund ihrer eingeschränkten Kompetenzen durch Umweltbedingungen leicht zu beeinflussen.

Bauen für Demenzkranke

Bei der Planung, dem Umbau oder der Sanierung von Heimen müsse die steigende Zahl der Fälle von Demenzerkrankungen besonders berücksichtigt werden, sagte Blachfellner. Das bedeutet, dass die Umgebung für die Betroffenen weitläufig und farblich anregend sowie überschaubar gestaltet werden muss, da diese Personen einen großen Bewegungs- und Ent-deckungsdrang haben.

Seniorenpflegeheime sollen künftig verstärkt Orte der Gemeinschaft werden und das Zusammenleben zwischen den Bewohnern sowie die geistige und körperliche Aktivierung der alten Menschen untereinander fördern.

Modell „Straßendorf“

Künftig sollen in den Heimen mehr und persönlicher gestaltete Gemeinschaftsräume eingerichtet werden. Hausflure in den Heimen sollen für die Bewohner künftig als Bewegungs- und Erlebnisraum zur Verfügung stehen. „Vielfältige Möglichkeiten zum Sitzen und Beobachten, was für viele alte Menschen im Alter schon eine gewisse Teilnahme an der Gemeinschaft bedeutet, sollen geboten werden“, so Blachfellner. Das Raum- und Funktionskonzept geht davon aus, dass „Straßendorf“ und Wohngruppe miteinander kombiniert werden, wobei das Schwergewicht bei Wohngruppen liegen soll – eine flexible Gestaltung wird angestrebt.

In den Heimen sollen bald auch eigene Wohnzimmer- und Gemeinschaftsbereiche für maximal zwölf Personen entstehen, um den Bewohnern auch das Gefühl von Geborgenheit zu geben. Blachfellner: „Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Versorgung der Bewohner, sondern das gemeinschaftliche Leben, wie dies beispielsweise in einer Hausgemeinschaft der Fall ist.“ Zudem wird Salzburg – wie dies bei zahlreichen Heimen bereits der Fall ist – in den Seniorenheimen überwiegend Einzelzimmer errichten, um die Privatsphäre der Bewohner zu wahren und einen Charakter wie in Krankenhäusern mit den üblichen Mehrbettzimmern zu vermeiden.

Bestnoten für vier Seniorenhäuser

Dass Salzburg bei der Gestaltung der Seniorenhäuser bereits gut unterwegs ist, zeigt die in der Studie vorgenommene Bewertung. Beispielweise werden unter anderem die „jungen“ Seniorenhäuser in den (Stadt-)Gemeinden Neumarkt, Thalgau, Straßwalchen und Oberndorf mit den offenen Räumlichkeiten als besonders förderlich für die Gemeinschaft und bewohnerorientiert hervorgehoben. i9-42


Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 15.01.2004

Weitere Pressetexte aus Salzburg:
Stipendien für Musik, Literatur und bildende Kunst im Land Salzburg
Ausschüsse des Salzburger Landtages behandeln ab morgen Budgetentwurf 2005
Jugendbeschäftigung im Land Salzburg
Mobilitätserhebung für Salzburger Zentralraum
Land Salzburg: Sicherheit im Ofenauer- und Hiefler Tunnel

Bitte beachten:
Diese Information wurde von uns nicht inhaltlich geprüft. Wir sind nicht Autor dieser Information.

zurück