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Hochwasserschutz für Bruckdorf in Salzburg
Hochwasserschutz an der Longa vor Baubeginn
Eisl: Für Bruckdorf soll Sicherheit vor einem 100-jährlichen Hochwasser erreicht werden
(LK) Die Longa soll in Bruckdorf, einem Ortsteil von Mariapfarr, nun über eine Strecke von rund einem Kilometer ausgebaut werden. Damit kann eine Hochwassersicherheit für ein 100-jährliches Hochwasser im Siedlungsgebiet Bruckdorf erreicht werden. Mit einer naturnahen Gestaltung des Flussquerschnittes soll zusätzlich die ökologische Wertigkeit an und in der Longa erhöht werden. Die Gesamtkosten des Hochwasserschutzprojektes wurden auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Die öffentliche Hand (Bund und Land) trägt davon 89 Prozent; der Rest wird durch die Wassergenossenschaft Longaverbauung-Bruckdorf finanziert. Der Baubeginn ist im Jänner 2005 vorgesehen. Die Bauarbeiten werden jeweils in den Niederwasserperioden (Oktober - April) erfolgen. Voraussichtliches Bauende ist im Jahr 2009.
„Vergangene Hochwasserereignisse haben aufgezeigt, dass für einen großen Bereich von Bruckdorf bei größeren Ereignissen eine Überflutungsgefahr besteht“, so Wasserreferent Landesrat Sepp Eisl heute, Donnerstag, 4. November, zum bevorstehenden Hochwasserschutz-Projekt im Lungau. Im Sommer 2002 blieb Bruckdorf nur knapp vor Überschwemmungen der Longa verschont, obwohl der Abfluss der Longa nur einem 30-jährlichen Hochwasserereignis entsprach.
Zur Abwendung möglicher verheerender Überschwemmungen haben sich die betroffenen Bürger im September 2003 zu einer Wassergenossenschaft zusammengeschlossen, um gemeinsam die Umsetzung eines Hochwasserschutzprojekts zu unterstützen. In weiterer Folge wurde das Ingenieurbüro Gostner & Aigner mit der Ausarbeitung eines Hochwasserschutzprojektes beauftragt, das im Juli 2004 von der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg wasserrechtlich bewilligt wurde. Am 23. September 2004 wurde in einer Genossenschaftsversammlung einstimmig die Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen beschlossen.
„Die Untersuchung der Abflussverhältnisse bei der Projektierung hat ergeben, dass ein 30-jährliches Hochwasser nur geringfügige Ausuferungen hervorruft, ein 100-jährliches Hochwasser aber zu gravierenden Überflutungen des nahezu gesamten Ortsgebietes führt“, informierte Eisl. Ab 50-jährlichen Hochwässern sind Baulandflächen im Ausmaß von zirka 22 Hektar überflutet. Betroffen davon sind 60 Einfamilienhäuser, 20 Betriebe bzw. Wohnblöcke und Infrastruktureinrichtungen, wodurch beträchtliche volkswirtschaftliche Schäden entstehen würden.
Sohleintiefung und Uferausbildung
Variantenüberlegungen haben ergeben, dass aufgrund der vorhandenen flussnahen und engen Verbauung eine Sohleintiefung die einzige realistische Möglichkeit für die Erreichung eines wirksamen Hochwasserschutzes für das Siedlungsgebiet Bruckdorf darstellt. Zwischen Fluss-kilometer 1,3 und 2,1 wird daher die Longa um einen bis 1,2 Meter eingetieft. Zur Sicherung der Uferböschungen wird hauptsächlich ein versteckter Steinsatz ausgeführt werden, in einem kurzen Bereich wird der Bau einer Ufermauer erforderlich. Um die notwendigen Freibordhöhen zu erreichen, ist in einzelnen Bereichen eine geringfügige Erhöhung der Uferdämme erforderlich.
Der vorhandene Höhensprung der bestehenden Sohlrampe am unteren Projektende von zwei Metern wird aufgrund der Sohleintiefung auf rund einen Meter reduziert, wobei der verbleibende Höhensprung über eine aufgelöste Sohlrampe überwunden wird. Am oberen Projektende wird aufgrund der Sohleintiefung die Errichtung einer weiteren Sohlrampe erforderlich. Die kaskadenförmige Ausbildung verbessert nicht nur wesentlich die Passierbarkeit für Fische, sondern fügt sich auch besser in das bestehende Landschaftsbild ein.
Aufweitung und Kompensationsfläche
Zur Kompensation der verloren gehenden Überflutungsräume soll eine Waldfläche oberhalb des Ortsteiles einbezogen werden. Durch die Errichtung zweier Querdämme wird das bereits bestehende Überflutungsvolumen erhöht. Die Kompensationsfläche wird angekauft. Ein Übereinkommen mit dem Grundeigentümer wurde bereits abgeschlossen.
Weiters sollen beim Hochwasserschutzprojekt gewässernahe Flächen zur landschaftsökologischen Gestaltung gewonnen werden. „Damit stünde noch mehr Platz für eine Aufweitung oder ähnliche strukturverbessernde ökologische Maßnahmen zur Verfügung“, so Landesrat Eisl. i213-11E
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Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 04.11.2004
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