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Land Salzburg besitzt Wohlstands-Vorsprung?
Auf neue Rahmenbedingungen rascher reagieren
Burgstaller bei der Mitgliederversammlung der Industriellenvereinigung Salzburg
(LK) Österreich liege mit seinem Pro-Kopf-Einkommen an vierter Stelle in der EU. Das Land Salzburg besitze traditionell einen Wohlstands-Vorsprung gegenüber den meisten anderen Bundesländern. Dennoch zeige die anhaltende heimische Wachstumsschwäche das Zurücksinken bei den Arbeitsmarktdaten und die höheren Wachstumsergebnisse einiger vergleichbarer europäischer Länder wie Schweden, Dänemark und Finnland, dass andere rascher, flexibler und effektiver auf die sich verändernden Rahmenbedingungen reagiert haben. Zentrale Komponenten für „neue Wege“ für Salzburg seien daher die Aus- und Weiterbildung, Forschung und Innovation sowie eine Infrastrukturoffensive, betonte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller gestern, Mittwoch, 3. November, Abend, bei der Mitgliederversammlung der Industriellenvereinigung Salzburg (IV).
Als Gastrednerin des Abends bedankte sich die Landeshauptfrau bei den Unternehmern dafür, dass sie in Salzburg investierten, Arbeitsplätze sicherten und hier ihre Zukunft sähen. Der Wohlstand Salzburgs sei ohne die produzierende Wirtschaft nicht denkbar.
Die Politik sei für die Rahmenbedingungen verantwortlich und es sei grob fahrlässig, würde Bildung und Ausbildung immer mehr zur „privaten Angelegenheit“ werden, führte die Landeshauptfrau weiter aus. Es könne auch nicht angehen, dass bei Bildungseinrichtungen gespart werde und dadurch das Niveau der Ausbildung leide. Sie erkenne gewisse Schwächen im zu starren Schulwesen und plädiere für eine grundlegende Reform, die nicht zu Lasten der Qualität der Ausbildung gehen dürfe, so Burgstaller. Das von der Industriellenvereinigung geforderte HTL-Kolleg im Pongau werde von ihr unterstützt. Vor einer konkreten Finanzierungszusage für den laufenden Betrieb wolle sie noch die Kosten für die Schulorganisation hinterfragen, um unnötige Overhead-Kosten zu vermeiden.
Generell merkte Burgstaller an, dass die bisherigen Ausgaben für Ausbildung in Österreich sehr hoch seien. Es gebe aber erhebliche Effizienz-Probleme, Lücken und Strukturschwächen. So seien etwa die Naturwissenschaften unterrepräsentiert, Studien dauerten zu lange und bei den Lehrberufen würden wichtige zu integrierende Gruppen zu wenig erfasst, etwa Schulabbrecher, Unqualifizierte oder Gastarbeiter-Kinder. Ein weiterer wichtiger alternativer Ansatz sei auch ein Unternehmensverbund in der betrieblichen Weiterbildung. Die Ausbildung müsse durchlässiger werden und bildungspolitische Sackgassen seien zu eliminieren. Burgstaller sprach sich weiters für eine Erhöhung der Forschungsausgaben sowie für eine Änderung des Systems der Forschungsförderung aus, damit beispielsweise auch Unternehmen in der Startphase besser unterstützt werden können.
Positiven Anklang bei den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern fand das Bekenntnis der Landeshauptfrau, sie verstehe politisches Gestalten im Sinne von „why not“ („warum nicht“) anstatt von „yes, but“ („ja aber“). Investition in Forschung und Entwicklung und auch die dafür notwendigen Fördergelder seien ausreichend vorhanden. „Es wird nicht am Geld fehlen, um gute Ideen zu verwirklichen“, so die Landeshauptfrau.
Das von der Industriellenvereinigung vorgeschlagene Standortabkommen sei auf gutem Wege, versicherte Burgstaller. Es gehe darum einen Pakt mit der produzierenden Wirtschaft zu schließen, der auch gelebt und erfolgreich umgesetzt wird. i213-11F
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 04.11.2004
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