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Salzburg bei der Gewinnung von Energie aus Biomasse im Spitzenfeld



Biomasse im Mittelpunkt des Interesses


Eisl bei Tagung eines EU-Netzwerkes: Salzburg bei der Gewinnung von Energie aus Biomasse im Spitzenfeld




(LK) Parallel zur „ZukunftsEnergie-Messe“ findet heute erstmals der Biomasse-Kongress der Green Cities, einem EU-Netzwerk, in Salzburg statt. „In Salzburg gibt es bereits 24 dezentrale Biomasse-Heizwerke. Mehr als 2.100 Objekte – Eigenheime, Hotels, Schulen, etc. – beziehen Wärme aus Hackschnitzel über Nahwärmeleitungen. Gemessen an der Bevölkerungszahl liegen wir bei der Gewinnung von Energie aus Biomasse im Spitzenfeld. Umso erfreulicher ist es, dass der Kongress Gelegenheit bietet, Experten aus ganz Europa in Salzburg zu empfangen und ihnen die Salzburger Situation zu zeigen“, so Energiereferent Landesrat Sepp Eisl heute, Freitag, 5. November. Biomasse vereine viele Vorteile: sie sei umweltfreundlich und ausreichend im Land vorhanden, sie erzeuge keine Abhängigkeit von internationalen Konzernen, unterstütze die regionale Wirtschaft und könne von der heimischen Landwirtschaft geliefert werden, so Eisl weiter.


Salzburg bekenne sich im Programm zur Umsetzung des Kyoto-Zieles dazu, bis 2010 zusätzliche Maßnahmen zur CO2-Reduktion aus einer Umstellung von 8.000 erdgasbeheizten Wohnungen auf CO2-neutrale oder CO2-arme Energieträger zu setzen, so Eisl. Der breite Einsatz von Biomasse in Salzburg leiste einen großen Beitrag dazu und zeige auf, dass Klimabewusstsein und Nachhaltigkeit heute selbstverständlich seien.
Der Begriff Nachhaltigkeit sei heute bereits ein „Modebegriff“ geworden, so Eisl weiter. „Nachhaltig handeln heißt nichts anderes, als in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht so zu agieren, dass kommende Generationen die gleichen Entscheidungsspielräume vorfinden und damit die gleichen Handlungsfreiheiten haben wie wir“, erklärte Eisl. „Das ist die Theorie; die Praxis gelebter Nachhaltigkeit sehen wir an vielen erfolgreichen Projekten in Salzburg.“


Energiepolitik ist Klimaschutzpolitik


Gerade bei der Energieversorgung sei Nachhaltigkeit zur einzigen langfristigen „Überlebensstrategie“ geworden. Energiepolitik sei im Kern der Sache Umwelt- und vor allem Klimaschutzpolitik, so Eisl weiter.


Im März 2002 wurde im Nationalrat die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls beschlossen und damit ein bedeutendes Bekenntnis Österreichs zum globalen Klimaschutz abgegeben. Erst kürzlich hat auch Russland das Protokoll unterzeichnet. „Dass in der Österreichischen Klimaschutz- und Umweltpolitik aber nicht nur medial gut zu vermarktende Bekenntnisse abgegeben werden, sondern dass aktiv gehandelt wird, beweist, dass die Bundesregierung bereits drei Monate später eine im Ressort von Bundesminister Mag. Wilhelm Molterer erarbeitete Österreichische Klimastrategie beschlossen hat“, informierte Eisl. Auch die Landeshauptleutekonferenz habe sich im Oktober 2002 eindeutig zu dieser Österreichischen Klimastrategie, die selbstverständlich auf eine aktive Mitwirkung der Länder hin ausgerichtet sei, bekannt.


Die 1997 in Kyoto vereinbarte globale Reduktion von Treibhausgasen bis zur Periode 2008/2012 um fünf Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 bedeutet für Österreich eine Verringerung um 13 Prozent. 1990 wurden in Österreich 77,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittiert, woraus sich ein Zielwert für 2008/2012 von 67,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente errechnet. Tatsächlich ist aber seit 1990 die Treibhausgas-Emission auf 79,75 Millionen Tonnen im Jahr 2000 angestiegen, so dass das Ziel gegenüber 2000 nun minus 15 Prozent bedeutet.


Internationale Experten in Salzburg


Alljährlich werden ein bis zwei Fachkongresse abgehalten, bei denen hochkarätiges Fachpublikum und Multiplikatoren angesprochen werden. Der bisher letzte fand im April 2004 in Budapest statt. Teilnehmer sind unter anderem Vertreter von Städten, großen Wohnbauvereinigungen und Forschungseinrichtungen (Universität und Industrie). In Salzburg werden Experten aus Dänemark, Griechenland, Belgien, Frankreich, Litauen, Polen, Finnland, Spanien, Ungarn und der Tschechischen Republik erwartet. i214-11d

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Eröffnung des Biomasse-Kongresses anbieten.



Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 05.11.2004

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