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Ende des Traums vom Wohn-Eigentum für jeden zweiten Salzburger?
Ende des Traums vom Wohn-Eigentum für jeden zweiten Salzburger?
Raus: "Steuerreform nicht auf Kosten der Wohnbauförderung finanzieren"
LK • „Der Mittelstand wäre von einer Kürzung der Wohnbauförderung massiv betroffen“, sagte heute, Dienstag, 20. Jänner, Salzburgs Wohnbaureferent Landesrat Dr. Othmar Raus. Seit gestern Mittag sei nämlich bekannt, dass die Bundesregierung die Steuerreform mit Wohnbau-Geldern finanzieren wolle. Finanzminister Mag. Karl-Heinz Grasser habe gestern gesagt, dass sich zur Gegenfinanzierung der Steuerreform die Wohnbauförderung „anbieten“ würde. Grasser habe dies mit „dem geringeren Bedarf an neuen Wohnungen“ begründet. „Falsche Fakten, falsche Politik“, sagt dazu Salzburgs Landesrat Dr. Othmar Raus. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) habe erst im Dezember vorgerechnet, dass in den kommenden Jahren der Bedarf an neuen geförderten Wohnungen deutlich ansteigen werde. Das decke sich auch mit den Kalkulationen des Salzburger Landesstatistischen Dienstes.
Kürze der Bund die Wohnbauförderung, so würde dies die Kosten für den Erwerb von Wohn-Eigentum deutlich erhöhen. „Der Traum vom Wohn-Eigentum wäre für große Teile des Mittelstandes ausgeträumt“, warnte Raus unter Bezug auf die hohen Grundkosten in Salzburg. „Ohne Wohnbauförderung könnte jeder Zweite, der heute Eigentum erwirbt, dies in Zukunft nicht mehr tun“, so Landesrat Raus. Auch die Finanzierung günstiger Mietwohnungen wäre in Gefahr, der dringend notwendige Ausbau der Altenbetreuung fast unmöglich.
Landesrat Dr. Raus wies auch darauf hin, dass im Bundesland Salzburg als Wachstums- und Zuzugsregion auch in den kommenden Jahren großer Bedarf an neuem Wohnraum bestehen werde. Die Neubautätigkeit insgesamt dürfe daher nicht zurückgenommen werden, zumal auch die jüngst veröffentlichte Wohnbaustatistik des Österreichischen Statistischen Zentralamtes ausweise, dass im Bundesland Salzburg jährlich durch Zusammenlegungen, Abbrüche und Umwidmungen durchschnittlich nahezu 1.000 Wohnungen verloren gehen.
Abschminken müsste man sich auch die Erreichung des Kyoto-Zieles beim Wohnraumbestand, so Raus. Nach der Kyoto-Vereinbarung müssen die österreichischen Wohnungen und Häuser so saniert werden, dass viel Energie gespart wird. Geringerer Energieverbrauch reduziert den Ausstoß klimarelevanter Gase. Diese Sanierungsmaßnahmen seien in ausreichendem Maße ohne Wohnbauförderung nicht möglich. i12-60d
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 20.01.2004
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