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Kampf gegen Diabetes in Salzburg
Neue Unterstützung im Kampf gegen Diabetes
Burgstaller präsentierte neues Schulungsmodell / Reduzierter Selbstbehalt für Betroffene
LK • Diabetes ist die „Volkskrankheit“ Nummer 1. Kaum eine Erkrankung in den Industriestaaten hat ähnliche Zuwachsraten wie Diabetes. Falsche Ernährung, fehlende Bewegung oder Stress sind die Ursachen für die Erkrankung im Erwachsenenalter. Immer mehr jüngere Menschen sind von Diabetes betroffen. Bis zu 2.000 Patienten müssen jährlich in Salzburgs Spitälern aufgrund einer Diabetes-Erkrankung behandelt werden. Weitere 3.000 Patienten werden mit „Neben-Diagnose“ Diabetes in Spitälern des Landes betreut, heißt es im Gesundheitsbericht des Landes. 70 Salzburgerinnen und Salzburger sterben jährlich an Diabetes als Haupt-Todesursache. Das ist etwas mehr als in Tirol und Vorarlberg, aber deutlich weniger als in den östlichen Bundesländern. Zuckerkrankheit, wie Diabetes auch genannt wird, führt häufig zu Folge-Erkrankungen im Herz-Kreislauf-Bereich, Augenkrankheiten und Nierenversagen.
Rund 25.000 Menschen leiden in Salzburg an Zuckerkrankheit. Entweder leiden sie von Geburt an (Typ 1), oder sie erkranken im Lauf des Lebens an Diabetes (Typ 2). „Die Dunkelziffer verdoppelt diesen Wert, weil viele mangels regelmäßiger Untersuchungen gar nicht wissen, dass sie Diabetes haben. Daher wollen wir aufklären und an das Gesundheitsbewusstsein der Salzburger appellieren. Man kann trotz Diabetes gesund bleiben“, betonte Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gabi Burgstaller heute, Donnerstag, 22. Jänner, bei der Präsentation des neuen Schulungsmodells für Diabetiker. Das Schulungsprogramm wurde vom Gesundheitsressort des Landes und dem Arbeitskreis für Vorsorgemedizin (Avos) ent-wickelt. Fachliche Unterstützung kommt von Ärzte- und Apothekerkammer.
Kostengünstiges Schulungsangebot
„Wer an der Zuckerkrankheit leidet, muss besonders auf seinen Körper acht geben“, betonte Burgstaller. Bei den Schulungen lernt man alles Wichtige über die gesunde Ernährung, Bewegung, die Selbstkontrolle der Zuckerwerte und den Umgang mit Medikamenten. „Ich lade daher alle betroffenen Altersdiabetiker ein, dieses Angebot für sich zu nutzen“, so die Gesundheitsreferentin zum Start des neuen Schulungsmodells bei Avos. Das Schulungsmodell Neu ist patientenfreundlich: Es kostet nach Abzug des Zuschusses der Krankenkassen nur zehn Euro für die Teilnehmer/innen. Der bisherige Selbstbehalt lag – nach Abzug des Gebietskrankenkasse-Zuschusses – bei 36,30 Euro. Der Zuschuss der GKK wurde auf 80 Euro pro Teilnehmer erhöht. Bisher zahlte die Kasse rund 54 Euro als Zuschuss. Außerdem muss der Selbstbehalt nicht mehr im Voraus bezahlt werden, und der Patient erhält eine Schulungsunterlage im Gegenwert von 14 Euro.
83.000 Euro vom Gesundheitsressort
Nach dem Motto „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, wäre es positiv, wenn sich viele Salzburgerinnen und Salzburger für die Schulungen anmelden, so Burgstaller. Das Gesundheitsressort des Landes unterstützt das neue Schulungsmodell für das erste Jahr mit 83.000 Euro. „Durch die patientenfreundlicheren Regelungen erwarte ich mir mehr Schulungsteilnehmer als bisher“, sagte Burgstaller. Bis zu 600 Betroffene sollen vom neuen Schulungsprogramm pro Jahr profitieren. Bisher wurden nur rund 200 Patienten geschult, berichtete die Gesundheitsreferentin.
Leider wird Diabetes von vielen Betroffenen unterschätzt. Er tut nicht weh, und es gibt dagegen Medikamente. Oft ist lapidar zu hören: „Zucker hab’ ich auch“, die Gefährdung wird so heruntergespielt. Tatsache ist aber, dass die Folgeschäden sehr schwerwiegend sein können. Neben Herzinfarkten, Schlaganfällen, Nierenversagen mit nachfolgender Dialyse kann es zu Nervenschäden in den Beinen, die oft zu Amputationen führen, kommen. Auch Erblindungen sind häufig eine Folge. „Ich hoffe, dass die Zuckerkranken ihre Erkrankung ernst nehmen, denn unbehandelter Diabetes ist ein großes Risiko. Jeder kann sich – neben der ärztlichen Betreuung – durch die entsprechende Änderung des Lebensstils helfen“, betonte Burgstaller.
Regelmäßige Gesundenuntersuchung wichtig
Wichtig ist auch, dass die hohe Dunkelziffer an unerkanntem Diabetes reduziert wird. Daher ist die regelmäßige Gesundenuntersuchung für Erwachsene von großer Bedeutung für die Früherkennung – und zwar in jedem Alter.
Die Diabetes-Schulungen finden bei niedergelassenen Ärzten und in folgenden Spitälern statt: Krankenhaus der Barmherzigen Brüder (Salzburg), Diakonissenkrankenhaus (Salzburg), Krankenhaus Zell am See, Krankenhaus Tamsweg, Krankenhaus Schwarzach, Krankenhaus Hallein.
Das Krankenhaus Oberndorf prüft gerade eine Beteiligung am Schulungsmodell. Im St.-Johanns-Spital finden in der Stoffwechselambulanz ebenfalls Schulungen statt.
Neu am Schulungsprogramm ist, dass es vier Module mit einer reinen Schulungszeit von je zwei Stunden gibt. Die Module werden von Ärzt/innen bzw. Diabetesberater/innen geleitet. Anmeldungen zum neuen Schulungsprogramm werden unter der Telefonnummer 0662/88 75 88 vom Arbeitskreis für Vorsorgemedizin entgegengenommen. i14-60e
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 22.01.2004
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