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Kultorobjekte als Spiegel der Geschichte und Gesellschaft - Land Salzburg



Kulturobjekte als Spiegel von Geschichte und Gesellschaft



S. Eisl zur Präsentation des Kulturkataloges Seeham / Bewusst machen - erhalten - Neues schaffen


Sperrfrist: Heute, Freitag, 23. Jänner 2004, 19.30 Uhr!

LK • „Die Entwicklung von Dörfern und Städten in Europa und natürlich auch bei uns in Salzburg war in der Vergangenheit von vielfältigen Veränderungen bestimmt“, sagte Landesrat Sepp Eisl bei der Präsentation des Kulturkataloges der Gemeinde Seeham und der Klein- und Flurdenkmälererhebung in der Gemeinde Seeham heute, Freitag, 23. Jänner.

Diese Entwicklungen unterlagen einem mehr oder minder großen Wandel. Wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Einflüsse hatten Auswirkungen auf die Siedlungsstrukturen, auf das bauliche Gefüge, aber auch auf die Errichtung besonderer Objekte. „In unseren Gemeinden finden sich auch jetzt noch viele Zeugnisse vergangener Zeiten, nur wenige werden aber in ihrer Besonderheit und in ihrer ehemaligen Bedeutung erkannt“, so Volkskulturreferent Eisl weiter.

Eine Gefährdung der Kulturwerte wurde lange Zeit kaum wahrgenommen. In der Zeit der Hochkonjunktur begann mit der wirtschaftlichen Weiterentwicklung eine immer schneller werdende Bautätigkeit und Anpassung der Bewirtschaftungsformen mit einhergehender Veränderung der Kulturlandschaft. Es wurden neue Werte für eine „fortschrittliche“ Gesellschaft definiert – wer an Altem, Überliefertem festhalten wollte, lief Gefahr, als rückständig eingestuft zu werden.

Heute geht es darum, sich des Wertes der wenigen alten, noch erhaltenen Objekte bewusst zu werden und sie möglichst sorgsam und fachgerecht zu behandeln, wenn es um Veränderungen oder Sanierungsmaßnahmen geht. Natürlich sollte dabei eine Anpassung an zeitgemäße Ansprüche und Nutzungen ihre Berücksichtigung finden. Auch Klein- und Flurdenkmäler bilden einen oft wenig beachteten und dem Verfall preisgegebenen Bestandteil unserer historischen Kulturlandschaft. Man wird nur erhalten, was man als „wertvoll“ erkennt.

Kulturkataloge haben lange Tradition

Die Kulturkataloge haben bereits eine lange Tradition im Bundesland Salzburg. Neben sakralen und profanen Objekten wie Kirchen, Bauernhäusern, Bürgerhäusern, Wirtschaftsobjekten und Mühlen werden auch landwirtschaftliche Nebengebäude, regionale Besonderheiten und eine Auswahl an Kleindenkmälern erfasst.

Die Erhebung der Objekte und die Bearbeitung des allgemeinen Teiles, der die immateriellen Kulturwerte umfasst, erfolgte und erfolgt durch Kunsthistoriker/innen oder andere qualifizierte Personen, um eine fachlich fundierte Bearbeitung sicherzustellen. Die Bearbeitung wird durch eine Arbeitsgruppe in der Gemeinde wesentlich unterstützt. Wichtig für die Information und Bewusstseinsbildung ist auch die begleitende Öffentlichkeitsarbeit.

Die Gemeinde Seeham ist eine von elf Modellgemeinden eines grenzüberschreitenden Interreg IIIA-Projektes „Schätze der Kulturlandschaft – Datenbank zur Erfassung der Klein- und Flurdenkmäler in der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein“. Dieses Projekt wird gemeinsam vom Salzburger Bildungswerk und vom Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen durchgeführt. Es ist die Umsetzung einer Projektidee, die von der EuRegio-Facharbeitsgruppe Kultur bei der Bearbeitung des EuRegio-Entwicklungskonzeptes aufgezeigt wurde.

„Gefördert wird das Projekt auch durch das Land Salzburg (Salzburger Volkskultur und Schatzkammer Heimat Land Salzburg), die Kreisämter der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein sowie die Firma Dullinger Kalk“, informierte Eisl. Die EuRegio-Geschäftsstelle in Freilassing leistet wichtige organisatorische Unterstützung bei der Abwicklung des Projektes.

Sechs Salzburger Modellgemeinden

Sechs der beteiligten Modellgemeinden stammen aus dem Bundesland Salzburg (Seeham, Lamprechtshausen, Oberndorf, Elsbethen, St. Koloman, Saalfelden) und fünf weitere aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein (Laufen, Ainring, Bad Reichenhall, Traunreut, Trostberg).

Zielsetzungen und Nutzen der Erhebungen und Dokumentationen:

· Information und Bewusstseinsbildung für die Erhaltung und fachgerechte Sanierung und Revitalisierung der Objekte durch die Eigentümer ist oberste Zielsetzung.

· Das bewusste Wahrnehmen der Besonderheiten unserer Kultur sowie Natur- und Kulturlandschaft kann unseren Alltag bereichern und damit auch unsere Lebensqualität verbessern.

· Die Erhaltung der Objekte bereichert auch die Erholungs- und Fremdenverkehrslandschaft; neue Bildungs- und Erholungsprojekte (wie z. B. Kultur- oder Kapellenwege, Wanderkarten, Fachvorträge) können als weitere Angebote entwickelt werden.

· Grundlagen für Gemeindechroniken, Planungsgrundlage für Erhaltungs- und Gestaltungsmaßnahmen, Arbeitsgrundlagen für Schulen, Impulse für neue Schwerpunkte in der Kulturarbeit.

Altes bewahren – Neues Schaffen

„Neben der Pflege von Tradition und Brauchtum und der Erhaltung alter Objekte ist auch das Fördern zeitgemäßen Kulturschaffens und die Entwicklung und Schaffung neuer Kulturobjekte sowie die Entwicklung einer modernen Baukultur wichtig.

„Aber nur wenn wir uns der Geschichte unserer Kultur und Kulturlandschaft bewusst werden, können wir verantwortungsvoll das kulturelle Erbe der Zukunft prägen“, ist Eisl überzeugt.
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Es gilt das gesprochene Wort!


Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 23.01.2004

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