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Wohnbedarf in Salzburg
Wohnbedarf erfordert höhere Bebauungsdichte
Blachfellner: Land fördert Nachverdichtung / Mittelweg zwischen dichterer Besiedelung und Privatsphäre finden
(LK) Nach Angaben des Landesstatistischen Dienstes werden in den nächsten fünf Jahren 15.000 bis 20.000 Wohnungen benötigt. Vor allem in der Stadt Salzburg ist der Bedarf an günstigen Wohnungen hoch. Derzeit gibt es 4.000 Wohnungssuchende in der Landeshauptstadt, ein Wert, der nur noch von Linz, wo es derzeit rund 7.000 Wohnungssuchende gibt, übertroffen wird. „Günstige Baugründe werden auch in Salzburg immer knapper, gleichzeitig steigt der Wohnbedarf. Wir werden daher in den kommenden Jahren der Nachverdichtung im Wohnbau großes Augenmerk schenken müssen, damit wir trotz dieser Entwicklung ausreichend Wohnungen zur Verfügung stellen können“, betonte Wohnbaureferent Landesrat Walter Blachfellner heute, Donnerstag, 21. Oktober, gemeinsam mit dem Initiator des Symposiums „Innenentwicklung statt Baulandverbrauch“, Dipl.-Ing. Paul Schweizer vom „Bautänzer“ Architektennetzwerk, in einem Informationsgespräch. Schon jetzt gewährt das Land höhere Förderungen bei jenen Bauvorhaben, die mehrere Wohneinheiten auf einem Grundstück unterbringen.
Für die Errichtung eines Einzel- oder Doppelhauses gewährt die Wohnbauförderung 1.000 Euro je Quadratmeter förderbarer Nutzfläche. Werden in einem Haus hingegen drei getrennte Wohnungen untergebracht, ist der Förderungssatz um 300 Euro höher, beim Erwerb von Häusern in der Gruppe beträgt der Förderungssatz bis zu 2.000 Euro je Quadratmeter. Weiters sind bei der Förderung von Mietwohnungen die zulässigen Grundpreise begrenzt, auch damit werde Druck zu einer höheren Baudichte erzeugt, da die Bauträger dadurch nicht auf jedes Grundstück zugreifen können.
Die positiven Auswirkungen einer höheren Bebauungsdichte gibt es natürlich auch im Geschoßwohnbau, wie am Beispiel der Bolaringsiedlung in der Stadt Salzburg festgestellt wurde. So hätte sich ein zusätzliches Geschoß auch in einer geringeren Miete für die Bewohner/innen niedergeschlagen.
Architekten und Planer sind gefordert
Die höhere Bebauungsdichte stelle aber auch Architekten und Planer vor neue Herausforderungen, sagte Blachfellner. „Selbstverständlich muss bewusst sein, dass durch höhere Bebauungsdichten Planer und Architekten ganz besonders gefordert sind, um gute, von den Bewohnern akzeptierte Wohnbauten zu erhalten. Durch eine dichtere Besiedelung dürfen nicht soziale Konflikte auf Grund mangelnder Privatsphäre gefördert werden. Hier sind intelligente planerische Konzepte gefordert, um eine entsprechende Wohnqualität zu gewährleisten“, so Blachfellner. Ansonsten seien Nachbarschaftsstreitigkeiten, Beschwerden über zuviel Lärm und soziale Konflikte an der Tagesordnung. Beispiele für Fehlplanungen gäbe es in Salzburg genug.
Nicht nur eine höhere Bebauungsdichte kann dazu beitragen mehr Wohnraum zu schaffen ohne neues Bauland erschließen zu müssen, auch die Wiederbelebung des „Mehr-Generationen-Wohnens“ in einem erweiterten Wohnhaus oder auf dem gemeinsamen Grundstück stellt für Blachfellner eine sinnvolle Möglichkeit dar. „Das muss aber nicht heißen, dass die Großeltern, Eltern und Enkelkinder keine eigene Privatsphäre haben. Es geht um ein Zusammenwohnen auf Distanz, das heißt, nebeneinander Wohnen bei klarer räumlicher Trennung. Das erfordert getrennte Hauszugänge, optimalen Schallschutz und eine klare Organisation des Freiraums“, so Blachfellner.
Traum vom Eigenheim im Grünen ungebrochen
„Man kommt trotzdem nicht an der Tatsache vorbei, dass der Wohntraum vieler Österreicherinnen und Österreicher nach wie vor das Eigenheim im Grünen ist; alle Umfragen zu diesem Thema bestätigen das. Auch der Wohnungsbestand spiegelt das wider: Im Bundesland Salzburg werden heute rund 210.000 Hauptwohnsitz-Wohnungen gezählt, knapp die Hälfte davon befindet sich in Ein- und Zweifamilienhäusern“, sagte Blachfellner. Kehrseite dieser Siedlungsentwicklung seien hohe Kosten für die Infrastruktur, wie zum Beispiel großer Grundverbrauch, Verkehrsprobleme oder Kanalkosten, die zu einem guten Teil von der Allgemeinheit getragen werden müssen. i205-11
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 21.10.2004
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