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Salzburger Expertenforum "Frau und Recht"
Gewaltschutzgesetz und Vaterschaftstest auf dem Prüfstand
5. Salzburger Expert/innenforum „Frau und Recht" morgen, Donnerstag, 21. Oktober, in Salzburg
(LK) Zum 5. Salzburger Expert/innenforum „Frau und Recht“ laden Stadt und Land Salzburg und das Österreichische Institut für Rechtspolitik morgen, Donnerstag, 21. Oktober, 18.00 Uhr, im Institut für Rechtspolitik, Mönchsberg 2 (Edmundsburg), ein. Auf dem Programm des Forums, das von der Dritten Landtagspräsidentin Gudrun Mosler-Törnström in Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller eröffnet wird, stehen die Präsentation des Buches „Unterhalt – Obsorge – Kinderbetreuungsgeld: aus frauen(rechtlicher) Perspektive“ sowie Fachreferate zum Gewaltschutzgesetz und zu den neuen gesetzlichen Bestimmungen bei Abstammungsgutachten („Vaterschaftstest“). Rund 120 Interessent/innen sind bereits angemeldet.
DSA Renée Mader, die Geschäftsführerin der Interventionsstelle Salzburg, wird sich in ihrem Referat mit den Errungenschaften befassen, die das Gewaltschutzgesetz seit 1997 gebracht hat (Wegweisung der Täter/innen bei familiärer Gewalt; Betretungsverbot; Betreuung der Opfer durch Interventionsstellen und kostenlose Prozessbegleitung). Österreich hat in der Bekämpfung familiärer Gewalt europaweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Aber es gibt auch offene Forderungen, z. B. den kostenlosen Zugang zu Psychotherapie für Frauen und Kinder, die Opfer von Gewalt geworden sind.
Durch die technologischen Entwicklungen der vergangenen Jahre, insbesondere die DNA-Analyse, ist eine Mitwirkung der Mutter bei Abstammungsgutachten nicht mehr nötig. Univ.-Prof. Dr. Edith Tutsch-Bauer, die Leiterin des Fachbereiches für Gerichtsmedizin an der Universität Salzburg, und Univ.-Prof. Dr. Ulrike Aichhorn von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg befassen sich in ihren Statements mit aktuellen Fragestellungen des Abstammungsrechtes.
Aus Deutschland ist bereits ein Fall bekannt, in dem ein Vater den von seiner Tochter gekauten Kaugummi als Material für einen DNA-Vaterschaftstest ohne Wissen der Mutter verwendet hat. Die österreichische Gesetzgebung ist in diesem Zusammenhang bislang untätig geblieben. Mögliche Lösungsvorschläge unter Berücksichtigung der widerstreitenden Interessen (Recht des Kindes auf Kenntnis der Abstammung einerseits, dem Schutz der intakten Familie andererseits und dem Recht des Vaters auf Kenntnis seiner – tatsächlichen – Vaterschaft oder eben Nicht-Vaterschaft) werden an diesem Abend diskutiert.
Das Salzburger Expert/innenforum „Frau und Recht“ wurde 1999 in Kooperation zwischen dem Österreichischen Institut für Rechtspolitik und dem Büro für Frauenfragen und Chancengleichheit des Landes gegründet, zwei Jahre später kam das Frauenbüro der Stadt als weiterer Partner dazu. Ziel des Expert/innenforums ist es, sowohl einem Fachpublikum als auch der interessierten Öffentlichkeit ein Informations- und Diskussionsforum für jene rechtlichen und gesellschaftspolitischen Veränderungen, die besonders die Rechtsstellung von Frauen betreffen, zu bieten. i204-42
Der heutigen Landeskorrespondenz I liegt eine Einladung zum Salzburger Expert/innenforum „Frau und Recht“ bei.
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 20.10.2004
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