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Kasernen im Land Salzburg müssen erhalten bleiben



Kasernen im Land Salzburg müssen erhalten bleiben


Burgstaller überreichte beim Miliztag Verdienst- und Ehrenzeichen an engagierte Angehörige des Bundesheeres


Sperrfrist: Heute, Dienstag, 19. Oktober 2004, 19.00 Uhr!

(LK) Die Kasernenstandorte in den Salzburger Gebirgsregionen müssen auch künftig außer Streit stehen. Das forderte die für den Katastrophenschutz zuständige Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Dienstag, 19. Oktober, Abend, beim Miliztag 2004 in der Salzburger Residenz, bei dem die Landeshauptfrau elf engagierten Angehörigen des Bundesheeres Landesauszeichnungen überreichte. Salzburg stehe im Gefüge österreichischer Heeresstandorte in einer besonderen Situation. Insbesondere sollten bei den künftigen Reformen im Bundesheer die ländlichen Regionen nicht unter die Räder kommen, sagte Burgstaller.

Die Kasernenstandorte in den Gebirgsregionen seien auch unverzichtbar für den Katastrophenschutz in den Bezirken. So habe das Land Salzburg in den vergangenen 25 Jahren als Partner des Militärkommandos fast vier Millionen Euro investiert und in den Kasernenstandorten Katastrophenschutzlager eingerichtet, die sich sehr bewährt haben. Diese bisher einzigartige enge Zusammenarbeit habe sich in all den schwierigen Situationen der vergangenen Jahre sehr bewährt, so Burgstaller.

In der Landeshauptleutekonferenz sei man sich über einen Erhalt der Militärkommandos einig. Neben der militärischen Aufgabe habe das Militärkommando Koordinierungsfunktion bei der umfassenden Landesverteidigung auf Landesebene, für alle Truppen des Bundeslandes bei Assistenzeinsätzen, in Angelegenheiten des Umweltschutzes und auch unterstützende Funktion bei Ereignissen öffentlichen Interesses wie internationale Veranstaltungen. Salzburg stelle sich keinesfalls gegen notwendige Reformen, wolle aber in Entscheidungen, die das Land betreffen, eingebunden sein. In der Frage von Kasernenstandorten sollten auf alle Fälle regionalpolitische und -wirtschaftliche Überlegungen mit einbezogen werden, forderte Burgstaller.

Ein besonderes Anliegen sei auch der Erhalt der Militärmusik Salzburg. Salzburg sei nach Wien der zweitwichtigste Ort der Repräsentation Österreichs. Dabei sei es wichtig, dass auch ein Salzburger Klangkörper auftritt. Die Militärmusik Salzburg sei einer der besten Klangkörper des österreichischen Bundesheeres und auch unverzichtbar für die Musiker-Weiterbildung in der Salzburger Volkskultur. Außerdem bestehe eine intensive Zusammenarbeit mit der Kapellmeisterklasse des Mozarteums, so Burgstaller.

Bundesheer hilft, wo andere nicht mehr können

Das Motto des Österreichischen Bundesheeres lautet seit Jahren: „Schützen, was andere nicht mehr schützen können und Helfen, wo andere nicht mehr helfen können.“ Spätestens seit der Seilbahn-Katastrophe in Kaprun vor knapp vier Jahren und den Hochwasser- bzw. Sturm-Katastrophen im Jahr 2002 habe der Inhalt dieses Slogans für das Bundesland Salzburg eine neue Bedeutung erfahren. Schutz und Hilfe seien für die Menschen im Land keine leeren Schlagworte. Schutz und Hilfe wurden von den Männern und Frauen des Österreichischen Bundesheeres in hervorragender Art und Weise geleistet, so Burgstaller.

Seit fast 25 Jahren bestehe eine großartige und sehr intensive Partnerschaft zwischen dem Land Salzburg und dem Militärkommando Salzburg. Sichtbare Zeichen dieser Partnerschaft sind nicht nur Festveranstaltungen, sondern vor allem die hervorragende Arbeit auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes, sagte Burgstaller weiter. Bei all den Katastropheneinsätzen in den vergangenen Jahren war das Österreichische Bundesheer, nach dem Hilferuf des Landes, sofort mit der erforderlichen Zahl an Einsatzkräften an der Unglücksstelle. Struktur, Logistik und Know-how seien Markenzeichen des Unternehmens Bundesheer. Gemeinsam mit dem enormen Einsatzwillen und dem hohen Leistungsvermögen der zivilen Rettungsorganisationen konnten derartige Katastrophen durch den Einsatz von Soldaten des Bundesheeres erfolgreich bewältigt werden, betonte Burgstaller.

Neue Herausforderungen für das Bundesheer

Das Bundesheer befindet sich im Umbruch. Die Bundesheerreform-Kommission kam zum Ergebnis, dass neue Herausforderungen weg von der klassischen Landesverteidigung und hin zu Aufgaben der Krisenreaktion sowie zur notwendigen Bildung von Interventionskräften in der Europäischen Union führen. All das sei aber nur möglich unter Zuhilfenahme und Unterstützung durch eine funktionierende Milizkomponente, so Landeshauptfrau Burgstaller. Die Miliz sei eine tragende Säule der Landesverteidigung, ohne die es nicht gehe und die auch in Zukunft in irgendeiner Form ihren Platz in der Landesverteidigung haben werde müssen. Rund 100 Salzburger versehen im Moment ihren Dienst bei den Verbänden des Bundesheeres für die Vereinten Nationen oder NATO, viele Salzburger Soldaten befinden sich im Friedenseinsatz im Kosovo, von denen ein großer Teil Milizsoldaten sind. Gebe es diese Milizsoldaten nicht, würde Österreich seine internationalen Verpflichtungen schon lange nicht mehr erfüllen können, sagte Burgstaller.

Ehren- und Verdienstzeichen verliehen

Anschließend ehrte Landeshauptfrau Burgstaller verdiente Angehörige des Bundesheeres des Aktiv- und des Milizstandes, die sich durch besonderen Einsatz hervorgetan haben. Das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg ging an Generalmajor Paul Kritsch (Militärkommandant von Salzburg) für sein Engagement als Militärkommandant von Salzburg um eine bürgernahe und offene Militärverwaltung.

Das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhielten Oberstleutnant Albert Göschl (Saalfelden) für seine hervorragende Arbeit, die Grundlage für das positive Erscheinungsbild der Jägerschule Saalfelden ist; Oberstleutnant Ernst Herzog (Saalfelden) für seine Leistungen als Militärkapellmeister der Militärmusik Salzburg; Oberstleutnant Robert Straßgschwandtner (Salzburg) für sein Engagement um die Errichtung und den Betrieb von Flüchtlingslagern in Kasernen sowie Hauptmann Dr. Hubert Zöchling (Salzburg) für seine Leistungen in der Ausbildung und Menschenführung bei militärischen Übungen.

Silberne Verdienstzeichen des Landes Salzburg gingen an Vizeleutnant Stephan Krall (St. Johann im Pongau) für seine besonderen Verdienste im Heeresfernmelderegiment; Vizeleutnant Peter Lacchini (St. Georgen) für seine hervorragende Arbeit als Leiter des Fernmeldebetriebes in der Schwarzenbergkaserne; Oberwachtmeister Erich Matheis (St. Johann im Pongau) für die Organisation des Melde- und Kommunikationsflusses im Jägerbataillon 29; Vizeleutnant i. R. Klaus Schaffner (Salzburg) für seine Verdienste in der Luftraumüberwachung; Irene Sinnegger (Wals) für ihre Leistungen als Sachbearbeiterin des Kommandanten des Kommandos Landstreitkräfte sowie Vizeleutnant Josef Weißbacher (Maishofen) für seinen vorbildhaften Einsatz bei der Bewältigung vieler Katastrophen im Pinzgau. i203-44

Es gilt das gesprochene Wort!



Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 19.10.2004

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