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Gesundheitspolitik in Salzburg und Europa



EHFG setzt Akzente bei europaweiter Gesundheitspolitik


Burgstaller verlieh EU-Gesundheitskommissar David Byrne das Große Ehrenzeichen des Landes
Salzburger Landeskorrespondenz, 06.10.2004

Sperrfrist: Mittwoch, 6. Oktober 2004, 20.00 Uhr!

(LK) Das Große Ehrenzeichen des Landes Salzburg, eine der höchsten Landesauszeichnungen, überreichte heute, Mittwoch, 6. Oktober, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller dem EU-Kommissar für Gesundheit und Konsumentenschutz David Byrne am Eröffnungstag des siebten European Health Forum (EHFG) in Bad Hofgastein. Sie würdige damit einen der wichtigsten Wegbegleiter des Europäischen Gesundheitsforums Gastein, so Burgstaller.


„Die immer wiederkehrende hochrangige Besetzung der Redner aus den unterschiedlichsten Bereichen ist Beweis und Garant dafür, dass das European Health Forum Gastein nicht nur reagierenden Charakter hat, sondern seit nunmehr sieben Jahren entscheidend bei der Gestaltung einer europaweiten Gesundheitspolitik Akzente gesetzt hat“, sagte die Gesundheits-referentin beim Eröffnungsempfang des bedeutendsten Kongresses zur EU-Gesundheitspolitik. Das Gasteinertal habe durch das European Health Forum eine große Aufwertung erfahren, so Burgstaller. Mehr als 2.000 Delegierte haben in den vergangenen Jahren dieses Tal kennen- und schätzen gelernt. So ist für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kongress neben der Gesundheit auch gleich bedeutend mit Gastfreundschaft, Kur und Tourismus.


Thema des European Health Forum vom 6. bis zum 9. Oktober ist diesmal die „Globale Gesundheit“ im 21. Jahrhundert. Dabei werden folgende Schwerpunktthemen behandelt:

Preis-Leistungs-Verhältnis und nachhaltige Finanzierung von Gesundheitssystemen


Die OECD-Staaten geben immer mehr Geld für ihre Gesundheitssysteme aus, und dennoch sind die Dienstleistungen oft gefährlich mangelhaft. Was läuft schief, wo und wie kann sinnvoll gespart und dabei noch die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessert werden? Die OECD stellt ihre neueste Studie „Auf dem Weg zu leistungsstarken Gesundheitssystemen“ vor. Sie gibt zwar keine Patentrezepte, beleuchtet aber diverse Praktiken kritisch. Selbstbehalte ohne soziale Staffelung würden z. B. kurzfristig Entlastung für die Kassen bringen, langfristig aber eine Zugangsbeschränkung bedeuten, das „Verschleppen“ von Krankheiten nach sich ziehen und langfristig teuer kommen.


Was bestimmt Gesundheit?


Einmal mehr werden die verschiedenen Umstände in den Blickwinkel genommen, die jenseits der ärztlichen Heilkunst und Leistungsfähigkeit eines nationalen Gesundheitssystems für den Gesundheitszustand der Menschen verantwortlich sind. Dazu zählen etwa sozioökonomische Komponenten wie Einkommen, Bildungsgrad oder Wohnsituation, aber auch die Auswirkungen von klimatischen Veränderungen, mit denen in den kommenden Jahren unweigerlich neue gesundheitliche Probleme auf Europa zukommen werden. Allein die Hitzewelle des vergangenen Jahres hat in Europa Tausenden Menschen das Leben gekostet. Klimaverschiebungen können auch zur Vermehrung und Verbreitung von Insekten führen, die Krankheiten übertragen. Durch Zeckenbisse ausgelöste Enzephalitis-Fälle könnten sich drastisch häufen, und selbst die Rückkehr von Malaria nach Europa wäre kein aus der Luft gegriffenes Szenario.

Werte, Prinzipien und Ziele der Gesundheitspolitik in Europa


Bei der Debatte über Einsparung, die ganz Europa erfasst hat und die ganz besonders den Gesundheitsbereich trifft, wird nicht selten auch an Wertdiskussionen gespart. Immer öfter wird am Solidaritätsprinzip der Gesundheits- und Sicherungssysteme gerüttelt, was etwa Menschen mit größerem Bedarf an Therapien oder Arzneien, etwa Ältere oder chronisch Kranke, an die Wand drückt. In diesem Forum wird versucht, die zunehmend zurück gedrängten Grundwerte und Prinzipien der Gesundheitspolitik zu untersuchen und ihre Umsetzbarkeit auf der Basis von europäischer Zusammenarbeit zu prüfen. Leitfragen sind dabei u. a.: Wie kann das soziale Europa der Zukunft und der Weg von einer nationalen zu einer europäischen Solidarität aussehen? Welches Potenzial birgt Europa in Sachen wertorientierter Gesundheitspolitik? Bei den Diskussionen sollen immer wieder die Rechte der Bürger fokussiert werden, für die es Chancengleichheit bei größtmöglicher Wahlfreiheit im vereinigten Europa zu erreichen gilt. i194-60

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos vom Empfang und der Ehrung anbieten.



Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz

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