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Land Salzburg: Sehbehinderung und Internet
Surfen ohne Barrieren
Auch Sehbehinderte können das Internet nutzen / Jänner-Ausgabe von "Unser Land" erschienen
LK • „Blinde Internetanwender? Was aufs Erste paradox klingt, ist für zahlreiche Menschen mit Sehbehinderung tägliche Realität. Barrierefreiheit heißt das Schlagwort, mit dem Menschen mit Sehbehinderungen praktische Hindernisse bei der Nutzung des World Wide Web aus dem Weg geräumt werden. Die Landeshomepage und die Plattform SALZBURG.AT verfolgen dieses Ziel“, heißt es in einem Bericht in der heute, Dienstag, 27. Jänner, erschienenen Jänner-Ausgabe der Salzburger Landes-Zeitung „Unser Land“, die allen Salzburger Haushalten zugestellt wird.
Rund ein Drittel aller Salzburgerinnen und Salzburger hat ein Problem. Sie sehen schlecht oder gar nicht. Gerade in zunehmendem Alter nimmt die Sehkraft automatisch ab. Und bei fast 20 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe kann die Beeinträchtigung durch medizinische Eingriffe oder Sehbehelfe nicht behoben werden. Und das in einem Alltag, der zunehmend über visuelle Informationen wahrgenommen wird. In beträchtlichem Ausmaß etwa im Internet. „Menschen mit Sehbehinderungen zählen mit Sicherheit zu den Gewinnern des Computerzeitalters. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, ohne PC zu arbeiten“, sagt Helmut Neubacher, der als freundliche Begrüßungsstimme in der Telefonzentrale des Landes einkommende und ausgehende Telefonate vermittelt. Er selbst ist stark sehbehindert, seine blinde Kollegin verbindet ebenfalls Gespräche mit einer Geschwindigkeit, die so manchen Sehenden alt aussehen lassen, heißt es in dem Artikel weiter. Die beiden sind keine Exoten im Arbeitsleben. Allerdings ist für Neubacher – wie bei allen anderen Menschen auch – die IT-Kompetenz eine Alters- und Lernfrage. „Jemand, der nicht mit dem PC groß geworden ist und seine Kenntnisse nicht laufend auf den neuesten Stand bringt, hat auch trotz Hilfsmittel als Sehbehinderter dieselben Probleme im Berufsalltag wie Menschen mit gutem Sehvermögen“.
Braille-Zeile und Sprachausgabe
Menschen mit Behinderung verwenden das Internet fast doppelt so häufig wie Nichtbehinderte. Eines der wichtigsten Hilfsmittel für blinde Internet-Nutzer ist die Braille-Zeile. Kleine Stiftchen, die aus einem einzeiligen Gerät je nach Buchstaben heraufgedrückt werden, erlauben es, bis zu 80 Zeichen Bildschirmtext mit den Fingerkuppen zu „lesen“. Ein geübter Anwender ist damit beachtlich flott unterwegs. Weitere Möglichkeiten bestehen etwa mit der Umwandlung des Textes in Sprache, die Monotonie einer digitalisierten Computerstimme ist aber nicht jedermanns Sache.
Unsichtbar bleiben bei diesen Umsetzungen natürlich Bilder und Grafiken, die heute auf fast keiner Website fehlen. Doch oft reichen bereits einfache Alternativtexte zu einem Bild, die bei der Seitenerstellung berücksichtigt werden, um Bildinhalte auch für Sehbehinderte nachvollziehbar zu machen.
Landeshomepage und SALZBURG.AT auch für Blinde
Seit der Einführung eines Content Management Systems im Herbst 2002, mit dem Internet-inhalte dynamisch zu Seiten zusammengebaut werden, verfolgen die Redakteure und Techniker der Landeshomepage das Ziel, die Seiten unter www.salzburg.gv.at für die Benutzergruppe der Menschen mit Sehbehinderungen möglichst barrierefrei zu gestalten. Ein bewusster Verzicht auf ausschließlich grafische Oberflächen, das Einhalten von Standards sowie Praxistests durch sehbehinderte User gehören dazu. Als nächsten Schritt wird es einen eigenen Einstieg für Menschen mit Sehbinderungen geben, der von einer unterstützenden Software für die üblicherweise eingesetzten Hilfsgeräte wie Braille-Tastatur oder Sprachausgabe automatisch erkannt wird, wird in dem bericht angekündigt.
Technologie und Markt entwickeln sich hier gleichermaßen rasant, weshalb die neue Salzburg-Plattform SALZBURG.AT schon beim Onlinestart im vergangenen Oktober durchgehend auf Barrierefreiheit konzipiert sein konnte. Die Gestaltung des Designs und die technische Programmierung erfolgten streng unter diesen Gesichtspunkten und erfüllen die WAI-Richtlinien in allen Bereichen. Die Barrierefreiheit von SALZBURG.AT wurde von einer externen Firma, die sich auf diese Fragen spezialisiert hat, überprüft. i17-31
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 27.01.2004
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