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Frauen in Salzburg
Frauen haben die Wahl!?
Troll Borostyáni-Preis 2004 für Initiativen und Impulse zur Realisierung der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf
LK • Der Internationale Frauentag 2004 am 8. März steht unter dem Motto „Frauen haben die Wahl!?“. Tatsache ist freilich, dass die gesellschaftlichen Bedingungen Frauen (und Männern) kaum Wahlfreiheit ermöglichen. Nur zwei Prozent der Väter gehen in Karenz, Wiederein-steigerinnen warten oft mehrere Jahre auf einen akzeptablen Job, Teilzeitbeschäftigungen werden aus Sachzwängen nicht angeboten. Doppel- und Mehrfachbelastungen für Frauen sind meist die Folge davon.
„Am 7. März geht es um viel: Landtags-, Gemeindevertretungs- und Bürgermeister/innen-Direktwahlen stehen auf dem Programm. Daher heißt das Motto für den Internationalen Frauentag 2004: Frauen haben die Wahl! Damit es für die Frauen ein Super-Wahlsonntag wird, wünsche ich mir zumindest eine Bürgermeisterin in einer Gemeinde im Land. Salzburg ist nämlich das einzige Bundesland – Wien ausgenommen –, in dem es keine Frau auf einem Bürgermeister-Sessel gibt. 24 Frauen – so viele wie nie zuvor und aus allen Parteien – stellen sich der Direktwahl auf Ortsebene. Auch im Landtag ist die Frauenquote stark steigend. Einige Parteien setzen auf das Reißverschluss-Prinzip und reihen gleich viele Frauen wie Männer auf wählbaren Plätzen. Das freut mich als Frauenreferentin besonders. Weil Frauen die Mehrheit der Wahlberechtigten darstellen und Frauen diese Wahl (mit-)entscheiden!“ Dies betonte heute, Mittwoch, 28. Jänner, Frauenreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gabi Burgstaller.
Im achten Jahr seit Einrichtung des Troll-Borostyáni-Preises werden Frauen und Initiativen in Stadt und Land Salzburg ausgezeichnet, die Frauen die Vereinbarkeit von persönlichen Lebensinteressen, familiärer Verantwortung und Berufstätigkeit erleichtert oder ermöglicht haben.
Als Preisträgerinnen für den Troll-Preis 2004 kommen engagierte Frauen in Betracht, die gegen herrschende Strukturen der Diskriminierung aufgetreten sind und konkrete Maßnahmen (z.B. auf kommunaler oder betrieblicher Ebene) für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern erkämpft haben. Es wurden Nominierungen von Wissenschafterinnen, Journalistinnen, Kommunalpolitikerinnen und engagierten Frauen erwartet, die als Einzelkämpferin oder in Netzwerken für die Vision einer gleichberechtigten Gesellschaft eintreten, in der Frauen wirklich die Wahl haben und die Vereinbarkeit von beruflicher Karriere und Familien- und Privatleben kein Wunschtraum, sondern gelebte Realität ist.
Die Preise der Stadt und des Landes sind mit je 1.500 Euro dotiert
Die Preisverleihung findet am Internationalen Frauentag, Montag, 8. März 2004, um 17.00 Uhr im Schloss Mirabell (Marmorsaal) durch Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gabi Burgstaller und Bürgermeister Dr. Heinz Schaden statt. Festrednerin wird die Journalistin und Autorin Elfriede Hammerl sein. Bewerbungen und Vorschläge für prämierungswürdige Frauen, Initiativen oder Projekte können bis spätestens 20. Februar 2004 bei den Frauenbüros von Stadt und Land Salzburg eingereicht werden.
Troll-Borostyáni-Preis
Die Troll-Borostyáni-Preise werden am Internationalen Frauentag seit 1996 vergeben. Der nach Salzburgs erster Frauenrechtlerin Irma von Troll-Borostyáni (1847 bis 1912) benannte Preis zeichnet jedes Jahr Frauen, Mädchen/Frauenprojekte oder Einrichtungen aus Stadt und Land Salzburg aus.
Bisherige Preisträgerinnen 1996-2003:
Jahr
Schwerpunkt
Preisträgerin Stadt
Preisträgerin Land
2003
Europäisches Jahr der Menschen mit Behinderungen
Teresa Lugstein – Initiative „Frauen in der Psychiatrie“
Ricky Mooslechner – „Fest für Gabi"
2002
Für Verdienste um die Integration von ausländischen Frauen
Verein VIELE
Christl Holztrattner
2001
Für das Engagement um die Förderung von Mädchen und ihre Gleichstellung
Projekt MeEt des Vereins Einstieg
Maria Lehner (Ausbildungszentrum Schloss Oberrain)
2000
Pionierinnen des vergangenen Jahrhunderts, der Frauenpolitik und der Arbeit für Frauen
Drin Liane Pluntz
Agnes Primocic
1999
80 Jahre Frauenwahlrecht - Für die Verdienste um die Gleichbehandlung in der Gesellschaft
Frauentreffpunkt
Verein KoKon, Pongau
1998
Lauter Frauen! - Frauen in der
Politik und Öffentlichkeit
Helga Embacher, Mitorganisatorin der Wehrmachtsausstellung
Jeanette Moore, Gründerin des Frauenhauses Pinzgau
1997
Frauen begehren auf! - Frauenvolksbegehren
Tanja Wörndl, Projekt "Kinderbegleitung im Krankenhaus"
Erika Scharrer, AMS Zell am See
1996
Eigene Netze knüpfen - Für das Engagement im Sinne einer emanzipatorischen Frauenpolitik
Helga Grabner (Jugendkripo Salzburg)
Christine Dorfer (Kindergartenleiterin Maxglan)
Annemarie Indinger
(Frauentreff Lungau)
I18-11
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 28.01.2004
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