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Arbeitsmarkt im Land Salzburg
Anreiz für Betriebe - Chance für Jugendliche
Blachfellner: Neues Maßnahmenbündel für mehr Jobs / Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben nötig
LK • Mit Berufsorientierungskursen, Weiterbildungs-, Beratungs- und Berufsvorbereitungsangeboten für Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren will Sozialreferent Landesrat Walter Blachfellner gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice erreichen, dass mehr Jugendliche eine passende Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz erhalten. Noch Ende Februar sollen die Kurse beginnen, die zum Ziel haben, die Schlüsselqualifikationen von Jugendlichen, rhetorische Kompetenz, Bewerbungstraining, Teamarbeit, Konfliktlösung sowie die soziale Kompetenzen zu verbessern.
Damit sollen Jugendliche zielorientierter auf das Berufsleben vorbereitet werden und auch einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Job finden. Die Arbeitslosenstatistik des Vorjahres untermauert den Handlungsbedarf in diesem Bereich: 2003 ist die Zahl der arbeitlosen Jugendlichen zwischen 19 und 25 Jahren mit einem Plus von 6,8 Prozent weit über dem Durchschnitt der Gesamtarbeitslosigkeit gestiegen. Finanziert werden diese Maßnahmen in Höhe von 270.000 Euro aus dem Sofortmaßnahmenpaket, welches die Landesregierung Anfang dieser Woche beschlossen hatte.
Vor allem Mädchen sollen durch diese Angebote motiviert werden, vermehrt handwerklich-technische Berufe zu erlernen, da immer noch fast 50 Prozent aller Mädchen einen der drei „klassischen“ Berufe, nämlich Friseurin, Einzelhandels- oder Bürokauffrau wählen, wie eine aktuelle Erhebung der Sozialplanung zeigt. Das Arbeitskräftepotenzial von Mädchen müsse besser genützt werden, auch im Hinblick auf einen Facharbeitermangel, welcher in der hochkonjunkturellen Phase in Salzburg wahrscheinlich sei, so Blachfellner.
Für die kommende Legislaturperiode wird sich Blachfellner ferner dafür einzusetzen, dass Salzburg einen Lehrlingsausbildungsfonds erhalte. Eine wirkliche Strukturänderung im Bereich der Ausbildung, so Blachfellner, könne nur durch einen Lastenausgleich zwischen jenen Betrieben, in denen Lehrlinge ausgebildet werden und jenen, in denen das nicht der Fall ist, erreicht werden. Ergänzend dazu wäre ein Bonussystem für Betriebe denkbar, die über das Berufsbild hinausgehende Qualifikationen forcieren wollen. Zehn Millionen Euro pro Jahr würden ausreichen, um das System einzuführen. Betriebe, Bund und Länder müssten dafür gemeinsam Geld bereitstellen.
Außerdem kündigt Blachfellner einen Ausbau von Wiedereinsteiger- und Höherqualifizierungskursen für ältere Beschäftigungssuchende und Langzeitarbeitslose an. „Die Beschäftigungsmaßnahmen sollen vor allem dem Zentralraum und dem Flachgau zugute kommen", sagt Blachfellner. So zeigt die Arbeitslosenstatistik 2003 eine Konzentration des Arbeitslosenanstiegs auf den Flachgau und die Landeshauptstadt. Während es hier 2003 einen Zuwachs von 9,0 Prozent gab, ging die Arbeitslosigkeit in allen übrigen Bezirken zurück. i19-11E
Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 29.01.2004
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